Gesundheitssystem

Konzernspenden beeinflussen medizinische Entscheidungen

Ärzte, die Geld von Pharmakonzernen erhalten, verschreiben in der Folge doppelt so oft deren Produkte. Schon geringe Leistungen wie Essens- oder Vortragseinladungen zeigen oftmals eine beachtliche Wirkung.

Wenn Ärzte von einem Pharmakonzern Zuwendungen erhalten, dann verschreiben sie deutlich mehr von dessen Medikamenten. (Foto: Flickr/e-MagineArt.com)

Wenn Ärzte von einem Pharmakonzern Zuwendungen erhalten, dann verschreiben sie deutlich mehr von dessen Medikamenten. (Foto: Flickr/e-MagineArt.com)

Wenn Ärzte von Pharmaunternehmen Geld oder andere Leistungen erhalten, dann verschreiben sie deutlich öfter auch deren Produkte.

In der Studie der Universität von Kalifornien und der Universität von Washington verschrieb ein Arzt die Medikamente zwölf führender Pharmakonzerne im Schnitt mit einer Wahrscheinlichkeit von 13 Prozent. Diese Wahrscheinlichkeit stieg jedoch auf 30 Prozent, wenn der Arzt Einladungen zum Essen oder zu Vorträgen, Beratung oder andere Leistungen von den Konzernen erhielt.

Es zeigt sich, dass auch äußerliche Einflüsse eine Rolle spielen. Die Forscher analysierten die öffentlichen Daten über von Ärzten angenommene Leistungen. Diese verglichen sie mit den Verschreibungen derselben Ärzte, die sie beim staatlichen Gesundheitssystem Medicare einreichten.

Pharmakonzerne geben jedes Jahr Milliarden Dollar für Marketing aus. So laden sie Ärzte zum Essen ein, um ihnen dabei Informationen über ihre Medikamente zu geben. Sie bezahlen sie für Vorträge und finanzieren Forschungsprojekte. Einige medizinische Spezialisten, sogenannte entscheidende Meinungsführer, erhalten jährlich hunderttausende Dollar.

Ein Arzt erhält an Zuwendungen zwar durchschnittlich nur 1.700 Dollar im Jahr. Doch schon diese bescheideneren Leistungen können offenkundig die Entscheidungen von Ärzten beeinflussen. In der Studie verschrieben sie die Produkte der zwölf untersuchten Pharmakonzerne um 7 bis 9 Prozent häufiger.

Die Forscher fanden außerdem heraus, dass männliche Ärzte empfänglicher für den Einfluss der Pharmakonzerne sind als weibliche.

Kommentare

Schreibe den ersten Kommentar für diesen Artikel.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *