Forschung

Neuer Therapieansatz verspricht Linderung bei allergischem Asthma

Zehn Prozent aller Kinder in Deutschland leiden an Asthma. Eine neue Therapie könnte Vier- bis Sechsjährigen bei allergischem Asthma nun Linderung verschaffen.

Inhalatoren sind ständige Begleiter von Asthmapatienten. Die Entzündung der Atemwege kann in Zukunft vielleicht auch durch eine Immuntherapie verhindert werden. (Foto: Flickr/NIAID)

Inhalatoren sind ständige Begleiter von Asthmapatienten. Die Entzündung der Atemwege kann in Zukunft vielleicht auch durch eine Immuntherapie verhindert werden. (Foto: Flickr/NIAID)

Das körpereigene Eiweiß T-bet verspricht Linderung bei allergischem Asthma. Diese Erkenntnis wird derzeit von Wissenschaftlern der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg weiter entwickelt. Susetta Finotto, Leiterin der Molekular-Pneumologischen Abteilung in der Anästhesiologischen Klinik, und die wissenschaftliche Mitarbeiterin Sonja Koch arbeiten an einer Immuntherapie und an einem Einsatz bestimmter Antikörper, die allergische Reaktionen deutlich verringern sollen.

Asthma ist eine chronische Entzündung der Atemwege, die Anfälle mit Atemnot hervorrufen kann. Dabei kann Asthma unter anderem mit einer vermehrten Schleimproduktion und einer Verkrampfung der Bronchialmuskulatur einhergehen. Es wird allgemein zwischen allergischem und nicht allergischem Asthma unterschieden.

Zusammen mit Wissenschaftlern der Kinderklinik Erlangen im Rahmen der EU-Studie PreDicta konnten die Forscher einen Zusammenhang zwischen dem Botenstoff Interleukin-6 (IL-6) und dem Eiweiß T-bet nachweisen. Je weniger T-bet vom Körper produziert wird, desto mehr IL-6 wird ausgeschüttet. Der Botenstoff IL-6 fördert die Entstehung von Abwehrzellen, die aber allergisches Asthma verschlimmern können. T-bet ist eine Art molekularer Schalter, der die Produktion von anti-entzündlichen und mildernden Abwehrzellen fördert.

Die Ergebnisse wurden in dem Magazin Scientific Reports veröffentlicht. Durch eine gezielte Immuntherapie wurde erreicht, dass weniger IL-6 produziert wird „und dadurch auch weniger IL-17A, einer der Hauptverursacher von allergischem Asthma“, berichtet DocCheck. Folglich entstanden wiederum weniger Abwehrzellen, die die Symptome von Asthma verschlimmern.

In einem zweiten Experiment kamen spezielle Antikörper zum Einsatz, die den Botenstoff IL-6 ausschalteten. Dieser ist dann nicht mehr in der Lage, Signale auszusenden. Auch hier ist das Experiment erfolgreich verlaufen. Es wurden weniger schädliche Abwehrzellen produziert und die Entzündung ging zurück. Die Ergebnisse der Experimente könnten dazu beitragen, neue Therapieansätze gegen allergisches Asthma bei Kindern zu entwickeln.

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