Studie

Stimme des Ehepartners wird besser wahrgenommen

Vertraute Stimmen können aus einer Vielzahl von Geräuschen leichter herausgehört werden als fremde Stimmen. Vertraute Stimmen wie die des Ehepartners können allerdings auch leichter ignoriert werden.

Auch in einer lauten Umgebung können wir einzelne Stimme gut herausfiltern. Besonders gut gelingt dies mit vertrauten Stimmen. (Flickr/The Cosmopolitan of Las Vegas)

Auch in einer lauten Umgebung können wir einzelne Stimme gut herausfiltern. Besonders gut gelingt dies mit vertrauten Stimmen. (Flickr/The Cosmopolitan of Las Vegas)

Das menschliche Gehirn verfügt über ausnehmend gute Fähigkeiten, um eine einzelne Stimme aus einem Geräusch-Wirrwarr herauszuhören, zum Beispiel bei Partys. Warum und wie genau dies möglich ist, ist allerdings noch nicht ausreichend erforscht.

In der Vergangenheit seien die akustischen Eigenschaften untersucht worden, die es dem Gehirn ermöglichten, einzelne Stimmen herauszufiltern, zitiert NewScientist die Neurowissenschaftlerin Ingrid Johnsrude von der Queen‘s University im kanadischen Kingston. Dies seien vor allem „Dinge wie Unterschiede in der Tonhöhe oder der Klangfarbe“.

Johnsrude und ihre Kollegen gingen nun der Frage nach, ob auch die Vertrautheit der Stimme eine Rolle spielt. Können Menschen sich besser auf eine Stimme in der Menge konzentrieren, wenn sie einer vertrauten Person gehört? Und kann die Stimme dann auch leichter ignoriert werden, wenn wir jemand anderem zuhören wollen?

Dazu testeten die Forscher 23 verheiratete Paare, die jeweils seit mindestens 18 Jahren zusammenlebten. Den einzelnen Teilnehmern wurden zwei Sätze gleichzeitig vorgespielt. Im Anschluss wurden sie zu inhaltlichen Details der Sätze befragt, etwa zu einer darin genannten Farbe oder Zahl.

Wenn der Ehepartner den Satz gesprochen hatte, konnte die Frage zum Inhalt in 80 Prozent der Fälle korrekt beantwortet werden. Der von einem Fremden gesprochene irrelevante Satz wurde also erfolgreich überhört. Wurden beide Sätze von fremden Personen gesprochen, gelang es den Teilnehmer nur in 65 Prozent der Fälle, die wichtige Information zu hören und den Ablenkungssatz auszublenden.

Wenn nun aber der relevante Satz von einem Fremden gesprochen wurde und der unwichtige Satz vom eigenen Ehepartner, dann lag die Erfolgsrate wieder bei 73 Prozent. Das heißt, man kann sich nicht nur besser auf den eigenen Ehepartner konzentrieren, sondern ihn wenn nötig auch besser ignorieren. Denn vertraute Stimmen sind offenbar auch leichter auszublenden.

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