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Bayers Blutverdünner birgt Risiken und Nebenwirkungen

Die unerwünschten Nebenwirkungen von Bayers meist verkauftem Medikament haben zugenommen. Dieses Jahr sind es bereits fast 1.000 Meldungen. Darunter sind auch 72 Todesfälle nach Verabreichung des Blutverdünners Xarelto. Ein direkter Kausalzusammenhang konnte jedoch nicht sicher belegt werden.

Der Pharmahersteller Bayer hält die gestiegene Anzahl der unerwünschten Nebenwirkungen für sein Medikament für normal. Der Blutverdünner Xarelto wurde seit seiner Einführung immer öfter verschrieben. (Foto: Flickr/zpiinc/CC BY-SA 2.0)

Der Pharmahersteller Bayer hält die gestiegene Anzahl der unerwünschten Nebenwirkungen für sein Medikament für normal. Der Blutverdünner Xarelto wurde seit seiner Einführung immer öfter verschrieben. (Foto: Flickr/zpiinc/CC BY-SA 2.0)

Im Jahr 2012 registrierte das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) 750 Verdachtsberichte unerwünschter Wirkungen mit 58 Todesfällen im Zusammenhang mit Bayers Blutverdünner Xarelto. In den ersten acht Monaten des laufenden Jahres sind es bereits fast 1.000 Vorfälle und 72 Todesfälle. Ein Kausalzusammenhang zwischen Arzneimittel und Nebenwirkung sei jedoch „nicht sicher belegt“, sagte das BfArM dem Nachrichtenmagazin Spiegel.

Das blutverdünnende Präparat soll vor Blutgerinnseln schützen und wird auch gegen Thrombosen und bei schweren Hüft- und Kniegelenksoperationen eingesetzt. Es ist das wichtigste neue Präparat der Leverkusener. Bayer will mit Xarelto pro Jahr mehr als zwei Milliarden Euro einnehmen, berichtet Reuters.

Experten gehen davon aus, dass die steigenden Zahlen über Komplikationen mit Xarelto damit zusammenhängen, dass das Präparat erst seit 2011 in Deutschland zugelassen ist und die Verschreibungszahlen in den vergangenen Jahren – ebenso wie die Berichte über Komplikationen – zugenommen haben.

Ein Sprecher des BfArM sagte, bei Xarelto bestehe aktuell keine neue Risikolage. Das Medikament stehe aber unter weiterer Beobachtung. Es komme bei der Gefahreneinschätzung nicht nur auf die Zahl der Verschreibungen von Xarelto an, sondern auch auf das „tatsächliche Meldeverhalten der Ärzte“, sagte der Sprecher. Dass es bei einem neuen Medikament zu mehreren Meldungen bei Verdachtsfällen komme, sei „üblich“.

Das BfArM ruft die Ärzte dazu auf, sich über die Risiken von Blutverdünnern genauer zu informieren. Nicht alle verordnenden Ärzte würden die Fachinformationen ausreichend kennen. Bei Gerinnungshemmern bestehe „ein signifikantes Risiko“ von schweren Blutungen, auch mit Todesfolge. Das Blutungsrisiko müsse daher individuell geprüft und Angaben zu Dosierung, Gegenanzeigen und Warnhinweisen müssten beachtet werden.

In Deutschland wurden im Jahr 2012 25,5 Millionen verordnete Tagesdosen gemeldet. Das ist mehr als dreimal so viel wie im Jahr davor (0,7 Millionen Tagesdosen in 2011).

Bayer hatte für das Produkt eine aggressive Marketingstrategie verfolgt. In 2012 schickte Bayer das Medikament in Musterpackungen an Ärzte, ohne dass diese dafür eine Bestellung aufgegeben hatten. Erst bei der Zulieferung sollten die Ärzte eine formelle Bestellung unterschreiben.

Xarelto wird derzeit bei vier Patientengruppen verwendet: Zur Vorbeugung eines Schlaganfalles bei Vorhofflimmern, als Schutz vor einem Gefäßverschluss nach Gelenkoperationen, bei Venenverschlüssen und bei Lungenembolien.

Bei der Zulassung des Medikaments für den Schutz von Patienten nach einem akuten Koronarsyndrom musste Bayer einige Hürden überwinden. Die US-Behörde FDS hat die Zulassungserweiterung nach eigenen Angaben „zweimal abgelehnt und beim Hersteller die Klärung offener Fragen angemahnt“. Auch in Deutschland wird Xarelto als Schutz nach einem akuten Koronarsyndrom nicht vermarktet.

Kommentare

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  1. Meine Frau benutzt xarelto, weil eine tiefe Venenthrombose festgestellt worden ist. Nun hat Sie starke Regelblutungen. Starke Kopfschmerzen
    und Magenschmerzen. Was kann man gegen die starke Blutung tun?
    Welche Blutgerinnungsmittel gibt es noch?

    • Klage einreichen – das ist die sicherste Lage der medizinischen Antwort auf XARELTO. Dann den Arzt wechseln, die Diagnose erneuern lassen, ein sicheres Medikament verschreiben lassen. Hier in den US Staaten wird es schon lange mistrauisch begutachtet denn, 82 Tote geben keine Antwort, haben keine Fragen mehr.

  2. angeblich besteht bei mir Vorhofflimmern ,nach einer patella sehnen ruptur hat man im rehab zentrum Bad Ischl horhofflimmern fest gestellt ,jetzt im Oktober ,war ich auf Kur in Bed -Waltersdorf ,hat die Ärztin wort wörtlich nach der Untersuchung ,keine spur von Vorhofflimmern festegstellt, Ich nehme Xareto blutverdünner von Bayer man hört schlechte kriticken ,stimmt das? was würden Sie mir raten !!

  3. 6.April 2015
    Nachdem ich Xarelto fast 2 Monate einnehme und zum Glück keine Nebenwirkungen habe.
    Jedoch bin ich schockiert,dass das Medikament solche schlimmen Nebenwirkungen haben kann.
    Ich wollte diese Seite ausdrucken,aber es geht nicht,denn so könnte ich meinen Arzt diese Infoseiten vorlegen.Wie komme ich an dieses Schrift
    stück ran?
    Ich nehme es wegen einer im Januar aufgetretenen Venentrombose.
    Zuerst musste ich spritzen und dann drauffolgend das Medikament.

  4. Seit etwa 2 Jahren nehme ich Xarelto 20 ein wegen frueherer Thrombose bei innerer Vene im Bein.
    Bei Routineuntersuchung in Urologie sellte man Blut im Urin fest. Mehrfache gruendliche klinologische Untersuchungen der Nieren und der Blase waren negative. Schlussfolgerung: Die Blutung kommt aus der Prostata. Es wurde eine groessere Operation verordnet: „Aushobelung “ des gesamten Druesengewebes der Prostata. Die operationelle Nachblutung sollte nach 2-3 Wochen verschwinden.
    Ich flog zurueck in ein entferntes Land, in dem ich lebe. Vier Monate nach der Operation hatte ich noch immer sichtbares Blut im Urin.
    Ich googelte „Blut im Urin- Ursachen“.
    Ergebnis:
    1. Durch Medikamente: „Blut im Urin zeigt sich mitunter als Nebenwirkung bestimmter Arzneimittel. Dazu gehoeren Blutgerinnungshemmer…“
    2. Nebenwirkungen von Xarelto: „Haeufige Nebenwirkungen (treten bei 1 bis 10 Anwendern von 100 auf)…Blutungen im Urogenitalbereich (einschliesslich Blut im Urin…)“
    Ich setzte Xarelto ab, und nach drei Tagen hatte ich kein Blut mehr im Urin.
    Die gravierende Operation haette mit groesster Wahrscheinlichkeit vermieden werden koennen, wenn die Urologie die moegliche Nebenwirkung von Xarelto in Betracht gezogen haette und verordnet haette, Xarelto versuchsweise abzusetzen. Das wird bei derartigen Blutungen durch Xarelto dringend empfohlen.
    Diese Operation hat mich wesentliche Lebensqualitaeten gekostet, darunter Inkontinenz. Aus meiner Erfahrung war es eine Fehltherapie.
    Krankenkasse und Arbeitgeberzuschuss haetten sich ueber 10.000 Euro ersparen koennen.

  5. Seit etwa einem halben Jahr wurde mir nach Vorhofflimmern Xarelto 15mg verordnet. Ich leide unter Arthrosen und habe seit der Einnahme
    vermehrt Schmerzen in den Gelenken. Nach dem Beipackzettel sind
    Gelenkschmerzen als Nebenwirkungen aufgeführt. Wie kann man
    feststellen, ob das bei mir der Auslöser wäre.Eine Blutuntersuchung
    wurde bei mir nicht vorgenommen.

  6. Mein Mann hatte Xarelto 20mg wegen Vorhofflimmern und implantierten Schrittmachers verordnet bekommen.
    Ca 19 Monate später ist er vom Notarzt (über Umwege) in eine Uniklinik Neurochirurgie notfallmäßig operiert worden:
    Diagnose: spinale Blutungen in den Rückenmarksbereich über 17 Wirbeln mit Gewebeaustritt und Lähmungserscheinungen in den Beinen. 3 Wochen Intensivstation mit dreimaligen Komplikationen und nochmal am selben Abend wieder NotOp wegen Nachblutungen in die Wirbelkörper.
    Z.Zt. befindet sich mein Mann in der Rehaklinik. Füße und Beine kann er bewegen, aber weder Stehen noch Laufen.

  7. Ich bin 75 Jahre und habe eine ganze Menge Krankheiten,die natürlich alle mit Medikamenten einigermaßen ertäglich gehalten werden sollen.
    So unter anderem Bluthochdruck, Herzinsuffiziens, KHK, Vorhofflim-mern,(hatte bereits 5x Elektrokardioversion) Niereninsuffizienz und Parkinson. Anfangs bekam ich als Blutverdünner ASS 100,später Falitrom und seit ca 3 Jahren Xarelto
    15 mg. Seit dem hatte ich Blut im Urin,1Blutgefäß imDarm kaputt und seit ca.einem halben Jahr sehr oft Nasenbluten, was immer schlimmer
    wird. Das letzte mal am31.10.d.J. so stark,daß ich ins Krankenhaus
    mußte.Ich habe nun auch den Verdacht, daß es am Xarelto liegt.
    Evtl. spielen auch die Wechselwirkung mit den neurologischen Medi-
    kamenten noch eine Rolle. Hat jemand ähnliche Erfahrungen?

  8. Hatte geschwollenes Bein und starke Krampfader. Nach Screening beim Facharzt ergab sich, dass eine innere Vene völlig verstopft war (akute Thrombose). Zuerst erhielt ich Heparinspritzen (10 Stück), die ich mir selbst verabreichte. Danach erfolgte die Verschreibung von täglich 15 mg Xarelto (1x morgens; 1x abends) über mehrere Wochen. Merkte schon wie meine Gesundheit darunter litt (Leberwerte und Nierenwerte nach Bluttest beim Hausarzt dramatisch, allg. Schwäche, Kopfschmerzen – trotzdem fand meine Hausärztin Xarelto sehr gut!). Aussage Facharzt: Immer noch besser als durch die Thrombose an einer möglichen Lungenembolie zu sterben. War ja schon froh, dass man trotz der Nebenwirkungen erst mal meinen Arsch gerettet hatte und man mir Xarelto und nicht Marcumar (= Rattengift) verschrieben hatte. Facharzt verschrieb mir daraufhin für die nächsten 3 Monate wieder Xarelto (20 mg / 1x täglich). Da mein Befinden sich immer mehr verschlechterte, entschied ich mich aufgrund einer Internet-Recherche (Robert Franz youtube) meine Gesundheit selbst in die Hand zu nehmen und setzte Xarelto nach 4 Wochen eigenmächtig ab (ohne den Facharzt zu konsultieren). Stattdessen nahm ich vom einen auf den anderen Tag nun täglich auf eigene Verantwortung Nattokinase und OPC (morgens und abends je 1x – zusätzlich mittags noch 1x D3). Ich merkte schon am zweiten Tag eine merkliche Verbesserung meines Gesundheitszustandes. Nach 10 Wochen dann der vereinbarte Termin beim Facharzt. Ich sagte aber vorerst nichts über meinen Alleingang. Und was soll ich sagen: Nach Screening der Blutbahnen alles sauber – selbst der Facharzt war perplex. Danach offenbarte ich ihm meinen Medikamentenwechsel. Antwort: Dann haben wir ja beide was wir wollen. Fazit: Die Ärzte verschreiben nur noch Chemie – wohlwissend, daß es bessere Naturmittel gibt, und dazu noch völlig ohne Nebenwirkungen – wahrscheinlich, weil die Pharma und die Gesundheitsbehörden nur noch Gewinn anstatt Gesundheit der Menschen im Auge haben. Je mehr Kranke, desto voller die Arztpraxen und um so schneller wird die Rentenkasse entlastet. Merkt euch außerdem: Rezepte von Ärzten/Fachärzten sind lediglich Empfehlungen. Wer einmal die Beipackzettel von Xarelto inkl. seiner Nebenwirkungen durchliest kann sich ausmalen warum dieses Medikament in einigen Ländern verboten wurde bzw. wenn überhaupt nur schleppend eine Zulassung erhält. Wer Xarelto nimmt ist Versuchskaninchen von Bayer.
    Heute fühle ich mich prächtig (mache täglich 20 Kniebeugen und 20 Liegestützen) und bin froh auf mich selbst gehört zu haben!

  9. Nach einer TVT samt beidseitiger PE muss ich neben Stützstrümpfen täglich 20mg Xarelto nehmen. Seitdem habe ich einen stark aufgeblähten Bauch, Verstopfung und unangenehme Blähungen.
    Alle anderen Nebenwirkungen gottseidank noch nicht. Der erste Tag an dem ich Xarelto absetzen kann ist der beste…