Gesundheit

Gesundheitsunterschiede zwischen EU-Mitgliedsländern nehmen ab

Die Unterschiede bei der Lebenserwartung und der Kindersterblichkeit in der EU gleichen sich an. Besonders die Kindersterblichkeit konnte in den letzten Jahren stark gesenkt werden. Dies führt die EU-Kommission auf eigene Initiativen und Förderprojekte zum Thema Gesundheit zurück.

Kindersterblichkeit in den 27 EU-Mitgliedsländern. Die Unterschiede zwischen den einzelnen Mitgliedsländern sind seit 2006 zurückgegangen. Dies geht aus einem Bericht der EU-Kommission hervor. (Quelle: Eurostat)

Kindersterblichkeit in den 27 EU-Mitgliedsländern. Die Unterschiede zwischen den einzelnen Mitgliedsländern sind seit 2006 zurückgegangen. Dies geht aus einem Bericht der EU-Kommission hervor. (Quelle: Eurostat)

Die Gesundheitsunterschiede innerhalb und zwischen einzelnen Mitgliedsstaaten der EU verringern sich zunehmend. Demnach gehen die Unterschiede bei der Lebenserwartung und der Kindersterblichkeit zurück. Dies geht aus einem Bericht der EU-Kommission hervor.  

Dem Bericht zufolge verringerte sich der Abstand vom Land mit der höchsten und dem Land mit der niedrigsten Lebenserwartung bei Männern im Zeitraum von 2007 bis 2011 um 17 Prozent. Bei Frauen reduzierte sich der Abstand zwischen 2006 und 2011 um 4 Prozent. Auch die Kindersterblichkeit in der EU ist rückläufig. Während diese im Jahr 2001 noch 5,7 auf 1000 Geburten betrug, waren es 2011 nur noch 3,9. Der Abstand vom Land mit der höchsten zum Land mit der niedrigsten Sterblichkeit bei Kindern verringerte sich damit ebenfalls signifikant von 15,2 auf 7,3 auf 1000 Geburten.

„Gesundheitsunterschiede in Bezug auf Lebenserwartung und speziell bei der Kindersterblichkeit wurden in den letzten Jahren in der Europäischen Union signifikant reduziert. Das macht Mut. Dennoch sollten wir weiterhin mit standhafter Hingabe die bestehenden Unterschiede zwischen sozialen Gruppen, Regionen und Mitgliedsländern adressieren. Handlungen, um diese Unterschiede zu überwinden, müssen eine Priorität auf allen Ebenen bleiben“, sagte der europäische Gesundheitskommissar Tonio Borg.

Das Land mit der höchsten Lebenserwartung für Männer ist nach wie vor Schweden. Dort erreichen Männer im Schnitt ein Alter von 79,9 Jahren. Dem gegenüber steht Litauen, wo Männer im Schnitt nur ein Alter von 68,1 Jahren erreichen. Damit beträgt der Unterschied noch immer fast zwölf Jahre.

Frauen werden in Frankreich durchschnittlich am ältesten (85,7 Jahre). In Bulgarien liegt die Lebenserwartung für Frauen dagegen nur bei 77,8 Jahren. Auch hier ist nach wie vor ein großer Unterschied zwischen den verschiedenen Mitgliedsstaaten erkennbar.

Ein genereller Trend ist die Verringerung der geschlechterspezifischen Lebenserwartung. Die europäischen Männer schließen nach und nach zu den Frauen auf.

Der Bericht der Kommission versucht die treibenden Faktoren der Gesundheitsunterschiede zu ergründen. Er kommt zu dem Schluss, dass sich Einkommen, Arbeitslosigkeit und Bildung am stärksten auf die Gesundheit der Bevölkerung auswirken. Die größten Risikofaktoren seien Tabakkonsum, Übergewicht und Armut.

Bereits 2009 rief die Kommission die Strategie Solidarity in Health aus, die Maßnahmen zur Angleichung der Gesundheitsunterschiede ergreifen sollte. Die Maßnahmen umfassen eine Verbesserung der Datenlage zum Thema Gesundheit und Hilfsprogramme für Risikogruppen, wie z. B. ethnische Minderheiten, Arbeitslose und Menschen in Armut. Zudem wurde eine Reihe von Initiativen und Gesetzgebungen verabschiedet, die der Förderung der Gesundheit dienen sollen. In einer Projektdatenbank der EU sind alle Projekte, Konferenzen und Fördermittel aufgelistet, die sich mit der Angleichung der Gesundheitsunterschiede befassen.

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