Gesundheit

Prävention: Computerspiele halten Senioren fit

Computerspiele sollen Senioren künftig dabei helfen, ihre körperliche und geistige Gesundheit länger zu erhalten. Dazu sollen die Spieler Aufgaben erfüllen, die ihre kognitiven Fähigkeiten stimulieren und ihre Mobilität erfordern. Forscher der westfälischen Hochschule haben nun ein Projekt gestartet, das ein geeignetes System entwickeln soll

Ältere Menschen als Zielgruppe werden durch den demografischen Wandel und die Ausbreitung von mobilen Empfangsgeräten immer wichtiger. Sogenannte Serious Games sollen die geistige und körperliche Leistung von Senioren fördern. (flickr/quinn.anya/CC BY-SA 2.0)

Ältere Menschen als Zielgruppe werden durch den demografischen Wandel und die Ausbreitung von mobilen Empfangsgeräten immer wichtiger. Sogenannte Serious Games sollen die geistige und körperliche Leistung von Senioren fördern. (flickr/quinn.anya/CC BY-SA 2.0)

Senioren könnten künftig vom Gebrauch von Computerspielen profitieren, um ihre Gesundheit länger zu erhalten und ihre Mobilität zu steigern. Die Spieler begeben sich dabei in verschiedene Rollen und erfüllen Aufgaben, die ihre geistigen Leistungen in Anspruch nehmen oder ihre Beweglichkeit erfordern. Forscher rechnen auf Grund des demografischen Wandels und der vermehrten Verbreitung von mobilen Empfangsgeräten mit einer steigenden Bedeutung von Computerspielen im höheren Alter.

Bei den Computerspielen, die dabei zur Anwendung kommen, handelt es sich um sogenannte Serious Games. Unter Serious Games versteht man Computerspiele, die nicht die Unterhaltung als primäres Ziel haben, sondern die Bildung des Spielers. Die Unterhaltung dient dabei lediglich der positiven Verstärkung und soll das Erreichen der Spielziele unterstützen. Bisher richten sich Serious Games noch verstärkt an junge Menschen.     

Das Projekt Mobility Motivator des Instituts für Arbeit und Technik (IAT) der Westfälischen Hochschule ergründet nun auch die Möglichkeit, Serious Games als Präventionsmittel bei Senioren einzusetzen. Spiele mit physischen Anwendungen finden bereits in der Schlaganfallrehabilitation und in der Sturzprophylaxe Anwendung. Das IAT möchte mit seinem Projekt dazu beitragen, Serious Games auch im Alltag von Senioren zu etablieren. Dadurch könnten sich die Fitness und die Mobilität von älteren Menschen erhöhen.

Das Projekt des IAT geht dabei von der These aus, dass ältere Menschen zunehmend als Zielgruppe für digitale und spielerische Anwendungen erschlossen werden. Zum einen ist dies bedingt durch den demografischen Wandel, in Folge dessen der Anteil der Senioren in der Bevölkerung kontinuierlich ansteigt. Zum anderen nimmt die Verbreitung von PCs, Smartphones und Tablets rasant zu und richtet sich auch vermehrt auf ältere Menschen als potenzielle Anwender aus.

Ziel des Projekts ist es, ein System zu entwickeln, dass den Bewegungsgrad und die kognitiven Fähigkeiten von Senioren aufrechterhält oder sogar steigert. Das System ist dabei wie folgt konzipiert: Die Spieler können die Rolle eines Forschers (von zu Hause aus) oder eines Erkunders (mobil) einnehmen. Ein Erkunder und ein Forscher verabreden sich über die Spielplattform im Internet. Der Forscher stellt dem Erkunder eine Aufgabe, die seine Mobilität erfordert (z. B.: „Gehe ins Naturkundemuseum und fotografiere den Neandertaler!“). Der Erkunder macht sich mit einem Smartphone auf den Weg und kann per Videochat in Kontakt mit dem Forscher bleiben. Seine Bewegungsdaten werden durch GPS aufgezeichnet. Wenn er die volle Wegstrecke zurückgelegt hat, wird die Aufgabe als erledigt betrachtet. Jeder Spieler erhält einen individuellen Mobilitätsscore. Die Aufgaben können zusätzlich durch einen Arzt oder Pfleger begleitet, beurteilt und bewertet werden.

Ob die Spiele von älteren Nutzern jedoch angenommen werden, bleibt offen. Mit steigendem Alter nimmt die Bereitschaft für neue digitale Angebote ab, sagen die Forscher des IAT.

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