Nahrungsmittel

Subventionen für Bio-Treibstoff verteuern Nahrungsmittel

Wenn die EU den Biodiesel nicht subventionieren würde, wären pflanzliche Öle in der EU um 50 Prozent billiger, so eine EU-Studie. Auch die Preise für Getreide, Zucker und andere Nahrungsmittel würden deutlich fallen

Wenn die Subventionierung von Biodiesel ganz eingestellt würde (grün), würden pflanzliche Öle in der EU um 48 Prozent billiger werden. (Grafik: Joint Research Centre)

Wenn die Subventionierung von Biodiesel ganz eingestellt würde (grün), würden pflanzliche Öle in der EU um 48 Prozent billiger werden. (Grafik: Joint Research Centre)

Die EU plant, dass bis 2020 mindestens 10 Prozent des Treibstoffs für den Transport aus erneuerbaren Energien gewonnen werden. Diese Pläne treiben die Nahrungsmittelpreise und stehen daher in der Kritik. Denn in den vergangenen Jahren sind die Preise für Nahrungsmittel aufgrund von Dürren und Inflation bereits massiv gestiegen.

„Die Nutzung von Nahrungsmitteln zur Herstellung von Biotreibstoff, anstatt die Welt zu füttern, ist kritisiert worden“, so eine Studie im Auftrag der EU-Kommission. Vor allem die Nachhaltigkeit des Biodiesels sei hinterfragt worden. Daher hat die EU-Kommission vorgeschlagen, dass die Ziele für den Einsatz von Biotreibstoff bis 2020 gesenkt werden. Doch die Umsetzung dieser Vorschläge ist unsicher.

Wenn die EU die Subventionierung von Biotreibstoff einstellen würde, würde die Nachfrage nach Biodiesel um 81 Prozent fallen. Der Preis für Biodiesel würde um 64 Prozent einbrechen, so die EU-Studie. Es würde sich dann also lohnen, die pflanzlichen Rohstoffe als Nahrungsmittel zu verwenden.

Das große Angebot an Nahrungsmitteln würde dazu führen, dass die Preise in der EU deutlich sinken. Pflanzliches Öl wäre dann um 48 Prozent billiger. Doch auch die Preise für Getreide, Zucker und andere Lebensmittel würden deutlich fallen.

Wenn die EU die Subventionierung von Nahrungsmitteln einstellen würde, würden nicht nur die Konsumenten in der EU, sondern auch in anderen Teilen der Welt profitieren. Denn das erhöhte Angebot an Nahrungsmitteln in der EU hätte Auswirkungen auf den Weltmarkt. So würden pflanzliche Öle global 15 Prozent billiger.

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  1. Die Rechnung geht anders: Wenn es Biodiesel als Absatzmarkt für z.B. heimischen Raps nicht mehr gibt, wird der entsprechende Raps schlicht nicht mehr angebaut. In der Konsequenz würde sich der Preis also nicht ändern. Und etwas grundsätzliches: Als die EU mit Milchseen und Butterbergen Dumping-Preise auslöste, hieß es, diese niedrigen Nahrungsmittelpreise sind Schuld am Hunger in der Dritten Welt, weil die Landwirtschaft vor Ort keine Chance habe, zu konkurrieren. Jetzt sind es also die hohen Preise, die Schuld sind. Was denn nun? von: OVID Verband der ölsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland