Analyse

Verbraucherzentrale fordert Transparenz bei Patientenkosten

Gebühren, Zuzahlungen und Eigenleistungen belasten diejenigen, die mit Krankheiten und Einschränkungen leben müssen, überproportional stark. Der Verbraucherzentrale Bundesverband e.V. verlangt daher mehr Transparenz bei den finanziellen Folgen, die eine Krankheit auslösen kann.

Bevor die Praxisgebühr abgeschafft wurde, mussten Patienten in Deutschland jährlich etwa fünf Milliarden Euro zusätzlich zu ihren Krankenversicherungsbeiträgen zahlen. Immer noch müssen sie ambulante und stationäre Behandlungen, Krankentransporte, Heil- und Hilfsmittel sowie Medikamente teilweise selbst entrichten.

Hinzu kommen noch die Leistungen, die von den gesetzlichen Krankenkassen nicht übernommen werden. Die Beispiele reichen von der Sehhilfe für Erwachsene, frei verkäuflichen Medikamenten bis hin zu individuellen Gesundheitsleistungen wie etwa der professionellen Zahnreinigung.

Das größte Problem bei den Zuzahlungen besteht in der Tatsache, dass Patienten oft nicht wissen, welche Kosten auf sie zukommen werden. Die Verbraucherzentrale spricht sich dafür aus, dass „alle medizinisch notwendigen Leistungen in den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung“ gehören.

Die Zuzahlungen müssten so gestaltet sein, dass sie „vor der Inanspruchnahme einer Leistung in ihrer Höhe transparent sind“ und die Leistungsfähigkeit der Betroffenen nicht überfordern. Der Nutzen müsse die zu befürchtenden Schäden überwiegen. Unabhängige, verständliche und möglichst vollständige Informationen sollen die Patienten dazu ermächtigen, die für sie richtigen Entscheidungen zu treffen.

Die Ärzte sind bislang nicht dazu verpflichtet, die Patienten über die Höhe des Eigenbeitrags vorab schriftlich zu informieren.

Besonders bei Privatleistungen kann das zu Problemen führen. Diese müssen nämlich zunächst von den Patienten komplett übernommen werden. Die gesetzlichen Krankenkassen erstatten lediglich die Höhe der Kassenvergütung. Für die Differenz müssen die Patienten selbst aufkommen.

Die Verbraucherzentrale Bundesverband schlägt daher vor, die Patientenquittung übersichtlicher zu gestalten. Bislang können Patienten einmal pro Quartal eine Übersicht über die bei ihnen erbrachten Leistungen und ihre Kosten vom behandelnden Arzt verlangen. „Diese Information sollte in Zukunft um die gestellten Diagnosen ergänzt, patientenverständlich gestaltet und verpflichtend einmal im Quartal an Patientinnen und Patienten übermittelt werden.“

Das helfe den Patienten, sich verantwortungsbewusst um ihre eigene Gesundheit zu kümmern und die finanziellen Ressourcen im Blick zu behalten.

Thomas Gollmann

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