Sicherheitskultur im Gesundheitswesen stärken, um Fehler zu vermeiden

Aktionsbündnis schreibt Preis für Patientensicherheit aus

Bonn, 12.09.2013 - Das Aktionsbündnis Patientensicherheit (APS) vergibt 2014 erstmals den Deutschen Preis für Patientensicherheit an Einrichtungen im Gesundheitswesen, die durch zukunftsweisende Projekte oder Forschungsarbeiten die Patientensicherheit verbessern. In Zusammenarbeit mit der Aesculap Akademie, dem Ecclesia Versicherungsdienst, dem Gesundheitsunternehmen MSD SHARP & DOHME GmbH und dem medizinischen Fachverlag Thieme werden drei Ehrungen vorgenommen. Die mit insgesamt 19 500 Euro dotierte Auszeichnung richtet sich an Kliniken und Praxen, aber auch an Apotheken, Healthcare-Anbieter, Gesundheitsämter und Krankenkassen.

Die Bewerbungsfrist endet am 15. November 2013.

Der Deutsche Preis für Patientensicherheit soll dazu beitragen, dass praxisrelevante Erkenntnisse in die Breite getragen werden. Er fördert zudem fach- und berufsübergreifende Lehre und Bildung und honoriert Lösungen sowie neue Konzepte zur Vorbeugung von vermeidbaren unerwünschten Ereignissen und Fehlern. Um den Preis bewerben können sich sämtliche Akteure im Gesundheitswesen, die Projekte für Patientensicherheit erfolgreich entwickelt und umgesetzt haben, oder relevante Forschungsarbeiten zu diesem Thema in deutscher oder englischer Sprache.

Rund 18 Millionen Behandlungen werden jährlich in Krankenhäusern durchgeführt - mehr als 540 Millionen sind es allein im vertragsärztlichen Bereich. "Angesichts dieser großen Zahl an Behandlungen bewegt sich die Zahl der von der Bundesärztekammer und dem Medizinischen Dienst der Krankenkassen erhobenen Behandlungsfehler zwar im Promillebereich, dennoch wären viele davon vermeidbar - schließlich steht hinter jedem Fall ein Mensch", sagt Hedwig Francois-Kettner, Geschäftsführende Vorsitzende des Aktionsbündnisses Patientensicherheit. Denn trotz größter Sorgfalt passieren in Klinik und Praxis immer wieder Fehler: Im Jahr 2012 bestätigte sich in Deutschland der Verdacht auf Behandlungsfehler in 3932 Fällen aufgrund der Erhebungen des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen. Die tatsächliche Zahl an Fehlern und vermeidbaren unerwünschten Ereignisse ist sicherlich höher, genaue Zahlen gibt es für Deutschland aufgrund fehlender umfassender Erhebungen nicht.

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