China

Bayer steht unter verschärfter Beobachtung der Behörden

Der Leverkusener Pharmahersteller Bayer gerät zunehmend ins Visier der chinesischen Kontrollbehörden. Bayer will prüfen, ob eigene Mitarbeiter gegen die Korruptionsrichtlinien verstoßen haben. Der Konkurrent KlaxoSmithKline soll in massive Bestechungsfälle verwickelt sein.

Der chinesische Markt ist heiß umkämpft. Die Pharmahersteller versuchen mit allen Mitteln, ihre Produkte zu platzieren. (Foto: Flickr/oldandsolo/ CC BY 2.0)

Der chinesische Markt ist heiß umkämpft. Die Pharmahersteller versuchen mit allen Mitteln, ihre Produkte zu platzieren. (Foto: Flickr/oldandsolo/ CC BY 2.0)

In China laufen nun auch Ermittlungen gegen den deutschen Pharmahersteller Bayer. Die ausländischen Pharmaunternehmen gerieten wegen des Verdachts auf unfairen Wettbewerb ins Visier der chinesischen Wettbewerbs-Aufsichtsbehörde. Ein Büro des Leverkusener Konzerns in China wurde bereits Ende August von der Behörde durchsucht. Bayer setze auf Kooperation, berichtet das Handelsblatt.

Der britische Konkurrent GlaxoSmithKline sieht sich konkreteren Vorwürfen gegenüber. Beamte sollen bestochen worden sein. Vier Beschäftigte wurden bereits festgenommen. Staatliche Medien berichteten, das ganze Unternehmen sei für die Bestechungsversuche zur Rechenschaft zu ziehen, nicht nur einzelne Mitarbeiter.

Bayer teilte mit, der Konzern werde prüfen, ob einzelne Mitarbeiter gegen die strengen Korruptionsrichtlinien verstoßen hätten.

Auch das US-Unternehmen Eli Lily, die Schweizer Firma Novartis und der französische Pharmahersteller Sanofi werden von der Aufsichtsbehörde beobachtet.

Die Bestechung in China gerät außer Kontrolle. Der neue chinesische Präsident Xi Jinping will stärker gegen die Korruption vorgehen. Eine Kampagne, in der die Korruptionsbekämpfung in der chinesischen Politik, in der Justiz und bei der Polizei als oberste Priorität angesehen werde, solle die Herrschaft der Partei sichern, sagte Xi.

Auch in der Baubranche wird im großen Stil bestochen. Der Bau neuer Regierungsgebäude wurde daher seitens der Regierung verboten.

Innerhalb der nächsten fünf Jahre wolle „der Nationale Volkskongress (NPC) ein Anti-Korruptions-Gesetz auf die Agenda nehmen“, sagte Dennis Han, Abgeordneter des chinesischen Parlaments. Darin sollen auch Abgeordnete dazu verpflichtet werden, ihre Bezüge offenzulegen.

Die Auswirkungen des Kampfes gegen Korruption spürt man bis nach Europa. Schweizer Uhrenhersteller und Versandfirmen haben einen Rückgang der Nachfrage aus China festgestellt. Teure Uhren gelten in China als beliebtes Bestechungsmittel.

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