Krankenkassen

Internisten fordern mehr Wettbewerb bei den Krankenkassen

Viele Krankenkassen wollen ihren Versicherten auch 2014 Beiträge zurückzahlen. Dem Berufsverband Deutscher Internisten geht das nicht weit genug: Er fordert die Abschaffung des Einheitsbetrages und mehr Abwechslung beim Leistungskatalog

Der Wettbewerb unter den gesetzlichen Krankenkassen nimmt zu. Viele Versicherte erhalten einen Teil ihrer Beitragszahlungen zurück. (Foto: Flickr/DirkVorderstraße/CC BY 2.0)

Der Wettbewerb unter den gesetzlichen Krankenkassen nimmt zu. Viele Versicherte erhalten einen Teil ihrer Beitragszahlungen zurück. (Foto: Flickr/DirkVorderstraße/CC BY 2.0)

Die Konten der Krankenkassen sind prall gefüllt. Viele der gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) werden ihren Mitgliedern auch für 2014 einen Teil ihrer Beiträge zurückzahlen. Die Techniker Krankenkasse (TK) zahlt bis zu 80 Euro – und das auch schon für 2013. Der Treuebonus soll die Kundenzufriedenheit steigern und die Mitglieder weiter an die Kassen binden.

Maximal erhalten Versicherte also 160 Euro für beide Jahre. Der Bonus kann aber auch deutlich geringer ausfallen. Mitglieder, die noch nicht über den gesamten Zeitraum bei der TK versichert sind, erhalten einen anteiligen Bonus. Wer an einem der beiden Stichtage (1. Dezember und 1. Januar) Mitglied ist und seine Beiträge selbst zahlt, hat Anspruch auf den Bonus.

Einige Betriebskrankenkassen zahlen sogar noch mehr. Die BKK Scheufelen zahlt bis zu 125 Euro pro Jahr. Versicherte der HKK erhalten 100 Euro für 2014.

Die Kassen können sich die Auszahlung der Beiträge leisten, weil sie im Gesundheitsfonds einen Überschuss von etwa 29 Milliarden Euro angehäuft haben. Der Beitrag für die gesetzlichen Krankenkassen ist an den Lohn gekoppelt. Bei steigenden Löhnen und niedriger Arbeitslosigkeit steigen auch die Einnahmen der Krankenkassen.

Auf der Kostenseite konnten viele Kassen eine Senkung der Beiträge erreichen, die sie an Pharmahersteller und Krankenhäuser zu zahlen haben, berichtet die Welt.

Bei fast jeder zweiten Krankenkasse besteht allerdings Manipulationsverdacht. Die Kassen erhalten unterschiedlich hohe Beiträge aus dem Gesundheitsfonds – je nachdem, welche Krankheiten sie melden. Bei manchen Versicherern nahmen die Meldungen von Herzkrankheiten in den vergangenen Jahren ungewöhnlich stark zu (siehe Analyse).

Die Manipulationen und die teilweise Rückerstattung der Mitgliederbeiträge sind Anzeichen dafür, dass der Wettbewerb bei den GKV zugenommen hat.

Dem Berufsverband Deutscher Internisten (BDI) geht das aber noch nicht weit genug. Der Einheitsbeitrag müsse „im Interesse eines finanziellen Wettbewerbs“ aufgehoben werden, fordert BDI-Chef Wolfgang Wesiack. Notfalls müsse dafür sogar der Gesundheitsfonds abgeschafft werden. Auch der GKV-Spitzenverband als gemeinsame Institution sei „überflüssig“.

Damit jede Kasse ihren eigenen Beitrag festsetzen könne, seien zunächst tiefgreifende Reformen notwendig, die von der nächsten Bundesregierung in Angriff genommen werden müssten. Danach sei jedoch über den Grundleistungskatalog der Krankenkassen hinaus „viel Platz für einen Wettbewerb medizinisch sinnvoller Zusatzleistungen“, so Wesiack.

„Neben der Öffnung für den Wettbewerb ist es auch sinnvoll, den Krankenkassen zu überlassen, welche Organisationsstruktur sie sich geben wollen. Es darf nicht nur Körperschaften des Öffentlichen Rechts geben, auch Unternehmensstrukturen sollten erlaubt sein“, sagte der BDI-Chef in einem Interview mit der Ärztezeitung.

Drastische Reformen sind jedoch auch nach der Bundestagswahl nicht zu erwarten. Dazu ist der Handlungsdruck auf die Regierung beim Thema Krankenkassen nicht hoch genug.

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