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Chinageschäfte von GlaxoSmithKline unter Druck

Nachdem die chinesischen Behörden dem britischen Pharmakonzern massive Korruption vorgeworfen haben, sind dessen Umsätze um 30 Prozent gesunken.

Den britischen Pharmakonzern GSK trifft das Eingreifen der chinesischen Behörden besonders hart. (Foto: Flickr/cybaea)

Den britischen Pharmakonzern GSK trifft das Eingreifen der chinesischen Behörden besonders hart. (Foto: Flickr/cybaea)

Der Druck auf die Manager von GlaxoSmithKline nimmt weiter zu, nachdem der Finanzdienstleister Citigroup neue Zahlen zum Unternehmen vorgelegt hat. Hintergrund ist das Eingreifen der chinesischen Behörden gegen ausländische Pharmaunternehmen.

Über lange Zeit expandierte die Pharmabranche in China und verbesserte die medizinische Versorgung der aufsteigenden Mittelschicht. Doch nun wird das Wachstum durch einen Korruptionsskandal und durch Preisuntersuchungen seitens der chinesischen Behörden erschwert.

GSK hatte im Juli ein Fehlverhalten seiner Mitarbeiter in China eingeräumt. Sie sollen Ärzte mit Geld und Geschenken bestochen haben, damit sie bestimmte Arzneien verschreiben (mehr hier). Das Unternehmen muss voraussichtlich Strafen in Höhe von 500 Millionen Dollar zahlen.

Untersuchungen von Citi-Analyst Andrew Baum zeigen, dass die Pharmakonzerne ihre Aktivitäten aufgrund des harten Durchgreifens der chinesischen Behörden bereits zurückfahren. Aus demselben Grund sind die Krankenhäuser nun äußerst vorsichtig, wenn sie mit Pharmakonzernen sprechen.

Baum erwartet, dass GSK den größten Rückschlag erleiden wird, doch auch bei den anderen Pharmaunternehmen müsse man sich auf Umsatzrückgänge von 10 bis 20 Prozent einstellen.

Der chinesische Pharmamarkt ist noch immer relativ klein. So lag der chinesische Umsatz von GSK im dritten Quartal bei 209 Millionen Pfund gegenüber einem weltweiten Quartalsumsatz von 5,3 Milliarden Pfund. Das Unternehmen sagte:

„Wie erwartet sehen wir einige Auswirkungen auf unser Geschäft infolge der andauernden Ermittlungen. (…) Wir kooperieren in vollem Umfang mit den Behörden und fühlen uns verpflichtet, mit ihnen zusammenzuarbeiten, um eine angemessene Lösung zu erreichen.“

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