Krebsforschung

Zellen begehen nach Einnahme von Antidepressivum Suizid

Forschern gelingt mit bereits zugelassenen Psychopharmaka ein Fortschritt bei der Therapie von Lungenkrebs. Tests an Mäusen liefen bereits erfolgreich, nun folgt die klinische Studie.

Lungenkrebs gehört zu den häufigsten bösartigen Erkrankungen und ist selten heilbar. Größter Risikofaktor ist das Rauchen. (Foto: Flickr/James Alby)

Lungenkrebs gehört zu den häufigsten bösartigen Erkrankungen und ist selten heilbar. Größter Risikofaktor ist das Rauchen. (Foto: Flickr/James Alby)

Wissenschaftlern der Stanford Universität ist nach jahrelanger Stagnation ein entscheidender Durchbruch in der Krebsforschung gelungen – mithilfe eines Antidepressivums.

Die beiden Antidepressiva Imipramin und Promethazin stören offenbar die für hormonbildendende Zellen wichtigen Stoffwechselwege des sogenannten kleinzelligen Bronchialkarzinoms so immens, dass es zur Selbstzerstörung der Zellen kommt, berichtet das Deutsche Ärzteblatt. Etwa 15 Prozent aller Fälle von Lungenkrebs entfallen auf das kleinzellige Bronchialkarzinom. Nur wenige Patienten überleben diese Art von Tumor und die therapeutischen Optionen sind bis heute überschaubar.

Julian Sage und sein Kollegenteam von der Stanford Universität führten nun Tests mit Mäusen, die menschliche Zellen des Karzinoms in sich trugen, durch: mit vielversprechendem Ergebnis. Die Zellen dieser speziellen Krebsart verschwanden, als den Tieren Imipramin verabreicht wurde. Sage und seine Kollegen sehen nun den richtigen Zeitpunkt gekommen, das Medikament in einer weiterführenden klinischen Studie zu testen.

Da Imipramin bereits seit den 1950-Jahren zugelassen ist – es war das erste effektive Antidepressivum überhaupt – entfällt die Toxizitätsprüfung und spart den Forschern viel Zeit. Somit konnten Sage und sein Team bereits innerhalb von 20 Monaten einen entscheidenden Durchbruch erzielen – etwas, das milliardenschweren Pharmakonzernen in 30 Jahren nicht gelungen ist.

Abschließend bleibt abzuwarten, welche Ergebnisse die klinische Studie bringen wird. Die Patente haben sich die Forscher aber bereits gesichert.

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