Forschung

Deutscher Biochemiker erhält Nobelpreis für Medizin

Der Nobelpreis für Medizin geht an ein Forscherteam mit dem deutschen Biochemiker Thomas Südhof. Die Wissenschaftler wurden für ihre Forschung zum intrazellulären Transport ausgezeichnet.

Transportprozesse innerhalb von Zellen sind wichtig für das Verständnis des menschlichen Körpers. (Grafik: Nobelprize.org)

Transportprozesse innerhalb von Zellen sind wichtig für das Verständnis des menschlichen Körpers. (Grafik: Nobelprize.org)

Der deutsche Biochemiker Thomas Südhof erhält gemeinsam mit den US-Forschern James Rothman und Randy Shekman den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin. Das gab das Nobelpreis-Komitee am Montag in Stockholm bekannt. Der Nobelpreis ist mit 920.000 Euro dotiert, wobei die Summe zu gleichen Teilen an die Preisträger ausgezahlt wird. Der Festakt wird am 10. Dezember stattfinden, dem Todestag von Alfred Nobel.

Die Forscher erhalten den Preis für ihre Entdeckungen zu Transportprozessen innerhalb von Zellen. Jan-Inge Henter, Wissenschaftlerin an der schwedischen Karolinska-Universität, sagte Reuters, dass die Entdeckungen der drei Forscher sehr wichtig für das Verständnis des menschlichen Körpers seien. Es befänden sich darunter insbesondere Aufschlüsse über Krankheiten des Nervensystems und Diabeteserkrankungen.

Zelldefekte sind Grundlage von Diabetes, Tetanus und vielen anderen Krankheiten. In den Zellen werden Stoffe oft in winzigen Bläschen, den Vesikeln, verpackt und weitergeleitet. „Ohne diese wunderbar präzise Organisation würde die Zelle im Chaos versinken“, schreibt das Nobel-Komitee. „Ein defektes Vesikel-Transportsystem kommt in einer Reihe von Krankheiten vor“, erläuterte die Vorsitzende des Komitees, Juleen Zierath. Das Transportsystem spielt etwa eine Rolle bei der Nervenleitung, im Hormonsystem oder bei Immunkrankheiten. Defekte im Transportsystem sind auch Grundlage von Tetanus und vielen anderen Krankheiten.

Schekman entdeckte eine Reihe von Genen, die für den Vesikeltransport notwendig sind. Rothman entschlüsselte, wie die Vesikel in die richtige Zelle eindringen, um dort ihre Fracht abzuladen. Südhof fand heraus, welche Signale die Vesikel dazu bringen, die von ihnen transportierten Stoffe zur richtigen Zeit am richtigen Ort freizusetzen.

Südhof wurde 1955 in Göttingen geboren, wo er auch studierte. Nach einem Aufenthalt an der Universität von Texas ist er seit 2008 Professor in Stanford für Molekulare und Zelluläre Physiologie, Psychiatrie und Neurologie. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören Erkrankungen wie Parkinson, Alzheimer, Schizophrenie, Autismus und Angstzustände.

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