Ursachenforschung

Stress löst bei Frauen im späteren Leben Demenz aus

Stress in der Mitte des Lebens kann bei Frauen im späteren Leben eine Alzheimer-Erkrankung fördern. Eine Studie mit mehr als 800 Frauen ließ erste Schlüsse in diese Richtung zu. Bis heute gelten die Ursachen der Alzheimer-Erkrankung als nicht vollständig geklärt.

Alzheimer gilt als unheilbar, Stress erhöht das Risiko einer Erkrankung. Die Krankheit wurde 1901 von dem Arzt Alois Alzheimer das erste Mal beschrieben. (Foto: Flickr/Digital Shotgun)

Alzheimer gilt als unheilbar, Stress erhöht das Risiko einer Erkrankung. Die Krankheit wurde 1901 von dem Arzt Alois Alzheimer das erste Mal beschrieben. (Foto: Flickr/Digital Shotgun)

Wissenschaftler der Universität Göteborg gehen davon aus, dass Stresshormone für Demenz verantwortlich sein können. Die Hormone führen nicht nur zu schädlichen Veränderungen des Gehirns, sondern können auch eine ganze Reihe von Veränderungen im Körper bewirken, betroffen sind dabei Blutdruck oder Blutzucker. Die Werte können noch Jahre nach einer dramatischen Erfahrung erhöht sein.

Untersucht wurden Stressfaktoren wie ein Trauerfall oder eine Scheidung. Die Studienteilnehmerinnen, geboren zwischen 1914 und 1930, wurden Ende ihrer Dreißiger, mit Mitte 40 beziehungsweise mit Mitte 50 Tests unterzogen und dann in regelmäßigen Abständen im Zuge der Studie in den nächsten vier Jahrzehnten beobachtet. Die Studie wurde in den Jahren 1968 bis 2005 durchgeführt.

Unterschieden haben sich die Teilnehmerinnen in der Anzahl der schwierigen Erfahrungen, die sie verarbeiten mussten. So musste rund ein Viertel mit einer traumatischen Erfahrung umgehen, genauso viele hatten zwei schwierige Erlebnisse in ihrem Leben zu überstehen. Eine von fünf Frauen hatte rund drei derartige Erfahrungen erlebt. Der Rest der Testgruppe hatte das Glück, noch keiner vergleichbaren Belastung ausgesetzt worden zu sein.

Bei der Analyse der Belastungen der Frauen in ihrer Lebensmitte wurde ein Zusammenhang zwischen Stress und Demenzrisiko erkennbar. In der Laufzeit der Studie starben 425 Teilnehmerinnen, 153 erkrankten an Demenz – also rund jede Fünfte. Die Wahrscheinlichkeit an Alzheimer zu erkranken, ist um 21 Prozent erhöht, sobald psychologischer Stress nachweisbar ist. Das Durchschnittsalter, in dem die Krankheit bei den Studienteilnehmerinnen diagnostiziert wurde, beläuft sich auf 78 Jahre.

Nun sollen weitere Studien untersuchen, ob Stressbewältigung und Verhaltenstherapie helfen können, eine Demenzerkrankung zu verhindern. Ebenso soll untersucht werden, ob dieser Zusammenhang zwischen Stress und Alzheimer auch bei Männern auftritt.

Aktuell leben in Deutschland mehr als 1,3 Millionen Menschen mit Demenzerkrankung, bis 2050 wird ein Anstieg auf 2,6 Millionen prognostiziert. Bis heute gelten die Ursachen der Alzheimer-Erkrankung als nicht vollständig geklärt. Weltweit sind mehr als 30 Millionen Menschen von der Krankheit betroffen, bis 2050 werden es 106 Millionen sein. Dann käme im Durchschnitt auf 85 Menschen ein Alzheimer-Patient.

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