Genforschung

Googles Biotech-Firma will das menschliche Altern aufhalten

In Kooperation mit dem Schweizer Pharmakonzern Roche will sich Google in der Gesundheitsforschung positionieren. Dabei helfen sollen die bereits gesammelten Daten des Internetriesen.

Menschliche Zellen erregen die Aufmerksamkeit von Google. Das Unternehmen gründete eine Biotech-Firma zur Erforschung des ewigen Lebens. (Foto: Flickr/David~)

Menschliche Zellen erregen die Aufmerksamkeit von Google. Das Unternehmen gründete eine Biotech-Firma zur Erforschung des ewigen Lebens. (Foto: Flickr/David~)

Google, bisher eher bekannt für Internetdienste, hat eine eigene Biotech-Firma namens Calico gegründet. Ziel ist, das menschliche Leben massiv zu verlängern. Der Basler Pharmakonzern Roche denkt über eine Kooperation mit Google nach. „Wir sehen großes Potenzial für eine Zusammenarbeit“, wird Franz Humer, Verwaltungsratspräsident von Roche, in einem Google-Blog zitiert.

Google sucht nach medizinischen Möglichkeiten, den Alterungsprozess zu verlangsamen. Besonders profitieren soll das Unternehmen dabei von seiner Erfahrung beim Sammeln und Analysieren von großen Datenmengen, wie die BZ Basel berichtet.

Durch die Verbindung von Medizin, Life Science und Computerwissenschaft ist ein Grundsatz der personalisierten Medizin gegeben. In Zukunft soll noch verstärkter auf individuelle Gegebenheiten von Patienten eingegangen werden. Wenn Gendaten mit Informationen zum Lebensstil abgeglichen werden, so erhält man auch Informationen zu den Medikamenten, die für diese Personengruppe geeignet sind. Je größer die verfügbare Datenmenge ist, desto einfacher lassen sich Rückschlüsse zu Lebensgewohnheiten und Ähnlichem ziehen.

Google ist Spezialist auf dem Gebiet der massiven Datenspeicherung, die unternehmenseigenen Server sind randvoll mit Informationen. Über die Gentestfirma 23andMe ist Google auch indirekt am Sammeln von Gendaten beteiligt. Wenn Google also die Datensätze der Smartphone- und Internetnutzer mit den gesammelten Gendaten verbinden würde, wäre das Unternehmen in der Gesundheitsforschung sehr gut aufgestellt.

Chef von Calico ist Arthur Levinson, der gleichzeitig Mitglied des Verwaltungsrats von Roche, aber auch im Aufsichtsrat von Apple und einer weiteren Biotech-Firma namens Genentech vertreten ist. Wer hier Interessenskonflikte zwischen den IT-Giganten Google und Apple vermutet, wird von Tim Cook, dem CEO von Apple, eines Besseren belehrt. Der Presse verriet er zum Start von Calico, dass zu viele Menschen zu früh verstorben seien oder aufgrund von Krankheiten große Einbußen in ihrer Lebensqualität erleiden müssten. Levinson wäre einer der Verrückten, die glaubten, so müsse es nicht weitergehen. Er wäre schon sehr gespannt auf die ersten Ergebnisse von Calico. Die werden allerdings erst in zehn bis zwanzig Jahren erwartet.

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