3D-Drucker

Neue Zahnbürste reinigt komplettes Gebiss in sechs Sekunden

Wem Zähneputzen zu langsam ist, der kann sich mithilfe von 3D-Druckern 50 Stunden Putzarbeit jährlich ersparen. In Zukunft sollen 3D-Produkte auch in der Organtransplantation eine wichtige Rolle spielen.

Schicht für Schicht wird ein Objekt im 3D-Drucker hergestellt. Mit dieser Technologie lassen sich fast alle gewünschten Formen produzieren. (Foto: Flickr/donjd2)

Schicht für Schicht wird ein Objekt im 3D-Drucker hergestellt. Mit dieser Technologie lassen sich fast alle gewünschten Formen produzieren. (Foto: Flickr/donjd2)

Die 3D-Drucker entwickeln sich immer schneller, gerade im Bereich der Medizinprodukte werden große Hoffnungen in die Technologie gesetzt. Jetzt ist eine Zahnbürste auf den Markt gekommen, die das Gebiss in sechs Sekunden reinigt – hergestellt natürlich mittels 3D-Drucker. Das Aussehen erinnert an einen Gipsabdrucklöffel beim Zahnarzt, das individuell angepasste Reinigungsgerät wird vollständig in den Mund genommen, danach wird für ein paar Sekunden darauf gebissen und gerieben, wie die Herstellerfirma Blizzident erklärt.

Zur Herstellung genügt ein altmodisches Gipsmodell des eigenen Gebisses. Dieses wird gescannt und die „Gebissbürste“ wird auf Basis des 3D-Scans so an den Kiefer angepasst, dass die Borsten alle Glattflächen und die Zahnzwischenräume reinigen, berichtet DocCheck. Besonders für Kinder oder Menschen mit eingeschränkten körperlichen Fähigkeiten ist die Zahn- oder Gebissbürste eine Option. Wenn der Preis für die „Mr. Wash“-Bürste die Kunden nicht abschreckt: Mit 299 Euro spricht die Innovation momentan ein eher überschaubares Marktsegment an.

Die Idee von Medizinprodukten aus dem 3D-Drucker ist keine neue. So können Gewebezüchter und Regenerationsmediziner zwar immer mehr Zelltypen des menschlichen Körpers in Kulturschälchen züchten, allerdings können diese noch nicht zu Organen zusammengebaut werden. Werden aber 3D-Drucker mit diesen Zellen gespeist, können somit ganze Organe hergestellt werden.

Mittlerweile ist es Wissenschaftlern sogar gelungen, einen 3D-Drucker zu produzieren, der besonders sensible embryonale Stammzellen produzieren konnte. Aus diesen lassen sich praktisch alle Gewebetypen des Menschen entwickeln. Neben dem Einsatz von Implantaten lassen sich so in Zukunft verlässliche Arzneimitteltests durchführen, bei denen ganz auf Tierversuche verzichtet wird.

Am Wake Forest Institute für Regenerative Medizin drucken Forscher bereits komplette Organe. Nicht nur die Zelltypen lassen sich präzise platzieren, sondern auch Proteine und Wachstumsfaktoren, die die Organregeneration unterstützen. Knorpel für Ohr und Nase, Muskelgewebe und Knochen entstehen dort bereits, wie der Spiegel berichtete. Sogar Nieren, die die zellulären Strukturen für die Filtration von Blut und Urin vorweisen, lassen sich mittlerweile herstellen.

Um Abstoßungsreaktionen zu vermeiden, werden Zellen aus dem Organ des Patienten für die Zellzucht gewonnen. Zwar dauert es mehrere Wochen, um die Millionen benötigter Zellen zu züchten, allerdings könnte sich so die Situation um Organspenden in Zukunft entspannen.

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