Pflegekosten

Bundesregierung: Pflegezusatzversicherung ist unverzichtbar

Die Regierung weist die Kritik von Warentestern an der Pflegezusatzversicherung zurück. Die private Vorsorge werde leichter. Versorgungslücken bestünden bei den meisten Versicherten aber weiterhin, so Stiftung Warentest.

Vorsorgen für das Alter. Wer sich frühzeitig dazu entscheidet, kann die Versorgungslücke mit einer Pflegezusatzversicherung schließen. (Flickr/Photocapy/CC BY-SA 2.0)

Vorsorgen für das Alter. Wer sich frühzeitig dazu entscheidet, kann die Versorgungslücke mit einer Pflegezusatzversicherung schließen. (Flickr/Photocapy/CC BY-SA 2.0)

Warentester hätten die Pflegezusatzversicherung zu Unrecht kritisiert. Die staatlich geförderte Versicherung weise im Vergleich zu herkömmlichen Verträgen zahlreiche Vorteile auf, schreibt die Regierung in einer Antwort auf eine Kleine Anfrage der SPD-Fraktion.

Die Versicherer hätten eine Verpflichtung, Verträge mit Verbrauchern ohne Risikozuschläge und Leistungsausschlüsse abzuschließen. Damit könnten deutlich mehr Bürger privat vorsorgen, als das bislang der Fall gewesen sei.

Mit dem staatlichen Zuschuss zur privaten Pflegevorsorge solle der Einstieg in mehr Eigenverantwortlichkeit gefördert werden. Das Ziel des sogenannten Pflege-Bahrs sei also nicht, die Finanzierungslücken im Pflegefall vollständig zu schließen, heißt es einem Bericht des Ärzteblattes zufolge weiter in der Antwort.

Menschen, die eine höhere Absicherung im Pflegefall wünschen, müssen die Pflege-Zusatzversicherung mit einer ungeförderten Pflegetagegeldversicherung kombinieren, schreibt die Regierung.

Der Verband der Privaten Krankenversicherung (PKV) hält das Konzept für einen Erfolg. „Eine Sonderumfrage unter unseren Mitgliedsunternehmen hat ergeben, dass Ende Mai bereits über 125.000 Menschen einen Fördertarif abgeschlossen hatten“, sagte Reinhold Schulte, Vorsitzender der PKV. „Da aktuell jeden Tag etwa 1.000 neue Anträge hinzukommen, steuern wir inzwischen sogar schon die Marke von 150.000 Verträgen an“, so Schulte auf der Mitgliederversammlung seines Verbandes.

Die geförderte Pflegezusatzversicherung werde besonders stark von jungen Leuten im Alter zwischen 25 und 35 Jahren abgeschlossen. „Denn je früher man mit der Vorsorge beginnt, desto geringer ist der Beitrag und desto höher ist die Leistung“, so Schulte. Wer beim Start mit 20 Jahren eine geförderte Pflegeversicherung für nur zehn Euro Eigenbeitrag abschließe, könne mit der staatlichen Förderung in Höhe von fünf Euro eine monatliche Leistung von knapp 2.000 Euro absichern – „also mehr als das Dreifache der gesetzlich definierten Mindestleistung in Höhe von 600 Euro“, so Schulte.

Inhaber einer privaten Zusatzversicherung für den Pflegefall bekommen seit Jahresbeginn unter bestimmten Voraussetzungen monatlich fünf Euro Zuschuss vom Staat für eine Pflege-Tagegeldversicherung. Die Regierung will damit mehr Anreize für die private Pflegevorsorge geben, weil die gesetzliche Pflegeversicherung im Pflegefall nur einen Teil der Kosten abdeckt.

Die Stiftung Warentest hatte die Pflegezusatzversicherung schlecht bewertet. Die geförderten Tarife seien nicht zu empfehlen, wenn es darum gehe, die finanzielle Lücke zu schließen. Die Reform mit dem Pflege-Bahr löse das Absicherungsproblem der weit überwiegenden Zahl der Verbraucher nicht.

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