Pharmaindustrie

Generika-Hersteller Teva streicht 5.000 Stellen

Der Mutterkonzern von Ratiopharm will sich neu aufstellen und weltweit 5.000 Arbeitsplätze abschaffen. Die Zeit der Übernahmen und Zukäufe ist vorbei. Nun beginnt die Konsolidierungsphase. Auch andere Pharmahersteller führen Rationalisierungsprogramme durch.

Der deutsche Pharmahersteller Ratiopharm wurde von Teva aufgekauft. Doch jetzt ändert dieser den Kurs. Bis zu 5.000 Stellen sollen gestrichen werden. (Foto: Flickr/Timo_Beil/CC BY-SA 2.0)

Der deutsche Pharmahersteller Ratiopharm wurde von Teva aufgekauft. Doch jetzt ändert dieser den Kurs. Bis zu 5.000 Stellen sollen gestrichen werden. (Foto: Flickr/Timo_Beil/CC BY-SA 2.0)

Teva, der weltweit größte Hersteller von Generika, will bis zu zehn Prozent seines Personals abbauen. Aktuell beschäftigt der Konzern 46.000 Menschen. Davon sollen 5.000 Stellen gestrichen werden. Teva hatte in der Vergangenheit viele Firmen aufgekauft und erhofft sich durch die Senkung der Personalkosten Synergieeffekte. Bis 2017 sollen zwei Milliarden Dollar eingespart werden.

Durch den Verkauf von Randgeschäften sollen die Sparmaßnahmen vorangetrieben werden. Wie der Sparkurs in Deutschland aussieht, ist noch unklar. Teva ist der Mutterkonzern des Ulmer Arzneimittelherstellers Ratiopharm. In Deutschland arbeiten etwa 3.000 Menschen für Teva. „Wir befinden uns zur Zeit noch in der Planungsphase“, sagte ein Sprecher von Teva Deutschland dem Handelsblatt. Derzeit gebe es noch keine Entscheidung über Maßnahmen in einzelnen Länder- oder Geschäftseinheiten.

Bis Ende des kommenden Jahres soll die Hälfte der Sparziele umgesetzt und die meisten Stellen abgebaut sein. Der israelische Konzern will einen Teil der Ersparnisse in seinen Medikamentennachschub investieren. „Das beschleunigte Sparprogramm wird unsere Organisation stärken und unsere Wettbewerbsposition im globalen Markt verbessern“, sagte Konzernchef Levin.

Generikahersteller profitieren von ablaufenden Patenten konkurrierender Pharmahersteller. Ist ein Patent abgelaufen, kann es kopiert und am Markt zu einem günstigeren Preis angeboten werden.

Teva führt aber nicht nur Generika, sondern auch Originalpräparate. Das Multiple-Sklerose-Präparat Copaxone verliert 2015 den Patentschutz in den USA. Mit dem Mittel erwirtschaftet Teva die Hälfte seiner Gewinne. Sobald Generika für Copaxone in den Markt gelangen, drohen dem Pharmahersteller Gewinneinbußen. Bereits im August sind einige Patente durch ein US-Gericht außer Kraft gesetzt worden. Schon im kommenden Jahr könnten die ersten Generika Teva Konkurrenz verschaffen. Um das zu verhindern, will Teva in Berufung gehen.

Der Mutterkonzern von Ratiopharm ist nicht der einzige Pharmahersteller, der Arbeitsplätze abschaffen will. Der US-Pharmariese Merck & Co. will 8.500 Stellen streichen und damit 2,5 Milliarden Dollar sparen. Das sind weitaus mehr als zehn Prozent der Belegschaft. Auch Pfizer, AstraZeneca und Sanofi haben in den vergangenen Jahren Personal abgebaut. Der Grund ist stets die harte Konkurrenz mit Generikaherstellern, wie auch Teva.

Teva will im laufenden Jahr 20 Milliarden Dollar umsetzen. Damit läge der Konzern leicht unter dem Ergebnis für 2012 (20,3 Milliarden Dollar). Der Umsatz des Konzerns war zuletzt zurückgegangen, im zweiten Quartal hatte Teva sogar Verlust gemacht. Eine Aktie soll zwischen 4,85 und 5,15 Dollar kosten. Im vergangenen Jahr lag der Kurs noch bei 5,35 Dollar.

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