Luftverschmutzung

Großstadtluft stört Wachstum von Ungeborenen

Feinstaub und weitere Schadstoffe vermindern die Entwicklung von ungeborenen Kindern. Entscheidend ist auch, wie viele Fahrzeuge die Straßen in der Nähe der Wohnung frequentieren. Im Gegensatz zu anderen Risikofaktoren kann das Aufkommen von Verkehr nicht verhindert werden.

Feinstaub stört das Wachstum von Ungeborenen. Luftschadstoffe sind für 22 Prozent aller Geburten mit niedrigem Geburtsgewicht verantwortlich. (Foto: Flickr/Schwangerschaft/CC BY 2.0)

Feinstaub stört das Wachstum von Ungeborenen. Luftschadstoffe sind für 22 Prozent aller Geburten mit niedrigem Geburtsgewicht verantwortlich. (Foto: Flickr/Schwangerschaft/CC BY 2.0)

Neun von zehn Stadtbewohnern in der EU sind Luftschadstoffen in solchen Konzentrationen ausgesetzt, dass sie von der Weltgesundheitsorganisaton (WHO) als gesundheitsschädlich eingestuft werden. Darunter leidet laut einer Studie auch die vorgeburtliche Entwicklung von Kindern.

Die Luftqualität in Europa sei, mit Ausnahme einiger osteuropäischer Metropolen, zwar besser als in Großstädten in Asien. Dennoch überschreiten Feinstaub- und Ozonwerte trotz Umweltzonen jene Grenzwerte, die auf Dauer Gesundheitsschäden auslösen, berichtet das Ärzteblatt.

Nicht nur die Atemwege leiden unter der Luftverschmutzung. Über die Lungen gelangen Schwefeldioxid, Stickoxide, Benzol und Feinstaub in den Kreislauf. Das kann Kopfschmerzen auslösen, das Nervensystem schädigen, die Funktion von Leber und Milz stören und die Entwicklung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen fördern.

Ein Forscherteam aus Barcelona hat nun auch die unmittelbaren Folgen für Ungeborene aufgezeigt. Dazu wurde die Schadstoffbelastung mit dem Geburtsgewicht in Verbindung gesetzt. Außerdem wurde die Verkehrsdichte auf den Straßen im Umkreis von 100 Metern zur Wohnung ermittelt.

Das Forschungsergebnis: Vor allem der Feinstaubgehalt wirkt sich ungünstig auf das Geburtsgewicht aus. Ebenso die Verkehrsdichte: Pro 5000 Fahrzeuge am Tag nahm das Risiko auf ein niedriges Geburtsgewicht um sechs Prozent zu. Selbst ein Einfluss auf den Kopfumfang des Kindes war nachweisbar.

Welche Auswirkungen das verminderte Wachstum der Föten im Uterus auf die Entwicklung des Kindes hat, ist unklar. Die Public-Health-Bedeutung sei aber enorm, so die Forscher. Geschätzt wird, dass die Luftschadstoffe für mindestens 22 Prozent aller Geburten mit niedrigem Geburtsgewicht verantwortlich sind.

Das Risiko ist für alle Stadtbewohner gleich, und deshalb auch besonders hoch. Andere vorgeburtliche Risiken wie Rauchen oder Alkohol können vermieden werden, das Einatmen von Feinstaub jedoch nicht.

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