Handelsbeziehungen

USA lockern Regeln für die Einfuhr von EU-Rindfleisch

Die EU will Rindfleisch-Importe aus den USA lockern, nachdem die Amerikaner ihrerseits ankündigen, wieder mehr Lebensmittel aus der EU zu importieren. Die Lockerung der Einfuhrbestimmungen ist ein Vorspiel zum Freihandelsabkommen der USA mit der EU.

Rinder in den USA werden häufig mit Masthormonen großgezogen. Die verbietet die EU weiterhin. Dennoch nähern sich beide Wirtschaftspartner einem Kompromiss. (Foto: Flickr/mindfrieze/CC BY-SA 2.0)

Rinder in den USA werden häufig mit Masthormonen großgezogen. Die verbietet die EU weiterhin. Dennoch nähern sich beide Wirtschaftspartner einem Kompromiss. (Foto: Flickr/mindfrieze/CC BY-SA 2.0)

Seit Jahren streiten die USA, Kanada und die EU um den Einsatz von Masthormonen bei der Rinderzucht. Seit 1988 verbietet die EU die Einfuhr von damit produziertem Fleisch.

Im Gegenzug erhoben die nordamerikanischen Staaten Strafzölle auf diverse europäische Lebensmittel, darunter Vorzeigeprodukte wie der französische Roquefortkäse. Seit 1998, dem Ausbruch des BSE-Skandals, ist außerdem die Einfuhr von europäischem Rindfleisch in die USA mittels Importbeschränkungen stark reguliert.

Jetzt kündigt das US-Landwirtschaftsministerium eine Lockerung der Einfuhrbestimmungen für Rindfleisch aus EU-Ländern an. Der entsprechende Gesetzesentwurf soll in den kommenden Tagen veröffentlicht werden, berichtet Food Safety News.

Die USA behaupten, sich nun an die Internationalen Standards, die die World Organisation for Animal Health (OIE) für BSE ausgibt, halten zu wollen – und erhoffen sich damit auch eine Lockerung für Bestimmungen zu ihrem Rindfleisch.

Im Gegenzug hat der Rat der Europäischen Union (EU) einen Beschluss verabschiedet. Darin geht es um die Verlängerung einer „Vereinbarung zwischen den USA und der Europäischen Kommission über die Einfuhr von Rindfleisch von nicht mit bestimmten Wachstumshormonen behandelten Tieren und die erhöhten Zölle der Vereinigten Staaten auf bestimmte Erzeugnisse der Europäischen Union“.

Der dreiteilige Fahrplan begann 2009.

In der ersten Phase eröffnete die EU ein autonomes Zollkontingent von 20.000 Tonnen „hochwertigem Rindfleisch“ (also von „nicht mit bestimmten Wachstumshormonen behandelten Tieren), das aus den USA importiert werden durfte. Im Gegenzug verringerte die USA die auf EU-Erzeugnisse verhängten Strafzölle. Diese Phase lief bis August 2012.

In der zweiten Phase – bis August 2013 – eröffnete die EU ein größeres Kontingent von 45.000 Tonnen „hochwertigem Rindfleisch“. Die USA hoben im Gegenzug alle auf EU-Erzeugnisse verhängten Sanktionen im Zusammenhang mit dem „Hormon-Streit“ auf, dessen Schlichtung in der Welthandelsorganisation (WTO) verankert ist.

Das Problem: Die Beimischung von Hormonen ist, ähnlich wie das Doping von Sportlern, in der Zwischenzeit wesentlich unauffälliger möglich als noch vor einigen Jahren.

Ob die EU nun aufwändige Kontrollen durchführen wird, ist nicht bekannt.

Die gegenseitige Annäherung ist ein Vorspiel für das geplante Freihandelsabkommen zwischen der EU und den USA.

Bei diesem geht es um wirtschaftliche Interessen.

Nicht um die Gesundheit.

Kommentare

Schreibe den ersten Kommentar für diesen Artikel.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *