Getränke

Bundesamt warnt: Tee ungesünder als vermutet

Schlechte Nachrichten für Gesundheitsfanatiker: Das Bundesinstitut für Risikobewertung warnt vor Giftstoffen in bestimmten Kräuterteesorten, die krebserregend sind. Das Amt rät zu maßvollem Genuss.

Roter Tee in der chinesischen Provinz Zhejiang. Wer im Winter gern zu einer Tasse Tee greift, sollte sich verschiedene Teesorten kaufen. (Foto: Flickr/yakobusan Jakob Montrasio/CC BY 2.0)

Roter Tee in der chinesischen Provinz Zhejiang. Wer im Winter gern zu einer Tasse Tee greift, sollte sich verschiedene Teesorten kaufen. (Foto: Flickr/yakobusan Jakob Montrasio/CC BY 2.0)

Das Bundesinstitut für Risikobewertung hat vor dem Konsum von bestimmten Teesorten wie Kräutertee gewarnt. Dabei ging es um so genannte Pyrrolizidinalkaloide (PA), Giftstoffe in Tees. Es seien bei Untersuchungen zu hohe Konzentrationen davon in den Tees gefunden worden, heißt es in der Mitteilung des Instituts.

„Da sich einige der nachweisbaren Pyrrolizidinalkaloide im Tierversuch als geno­toxische Kanze­rogene (genverändernde Krebserreger, Anm. d. Red.) erwiesen haben, sind diese Gehalte zu hoch und sollten möglichst gesenkt werden“, wird der Präsident des Instituts zitiert. Eine akute gesundheitliche Gefährdung sei durch die Pyrrolizidinalkaloide zwar unwahrscheinlich, so das Institut. Aber bei längerfristigem Verzehr überdurchschnittlich hoher Mengen von Tees mit Pyrrolizidin­alkaloiden „könnte, wenn sich die ersten Daten bestätigen, ein Risiko einer gesundheitlichen Gefährdung“ bestehen: insbesondere bei Kindern, Schwangeren und Stillenden. Ab wann von einer überdurchschnittlichen Menge auszugehen ist, gibt das Institut allerdings nicht an.

Die Mitteilung des Instituts macht jedoch deutlich, dass eine Senkung dieser Pyrrolizidinalkaloide in den Teesorten schwierig ist. So würden etwa die „Gehalte einzelner Proben“ auch innerhalb der gleichen Teesorten erheblich schwanken. Deshalb seien sichere Aussagen zum gesundheitlichen Risiko bei regelmäßiger Aufnahme belasteter Teeaufgüsse derzeit noch nicht möglich. 221 verschiedene Teesorten wurden vom Bundesinstitut für Risikobewertung untersucht. Auch in Honig wurden teilweise zu hohe Werte von Pyrrolizidinalkaloiden festgestellt.

Eine zu hohe Dosierung des Inhaltsstoffs kann zu einer tödlichen Leberfunktionsstörung führen. Daher empfiehlt das Bundesinstitut für Risikobewertung:

„Das potentielle Risiko für Verbraucherinnen und Verbraucher lässt sich verringern, wenn bei der Auswahl von Lebensmitteln die generelle Empfehlung zur Abwechslung und Vielfalt berücksichtigt wird. Auf diese Weise lassen sich einseitige Belastungen mit den verschiedenen potenziell gesundheitsgefährdenden Stoffen, mit deren vereinzeltem Vorkommen in geringen Mengen in Lebensmitteln gerechnet werden muss, vorbeugen.“

Der Gedanke, dann am besten nur noch auf Bio-Tees zurückzugreifen, ist leider in diesem Zusammenhang nicht von Nutzen. Die Liste der vom Institut getesteten Tees zeigt, dass auch Bio-Tees belastet waren.

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