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Industrie gegen Natur: Mysteriöses Bienensterben in Kalifornien

In Kalifornien sorgen sich die Imker um die Mandelernte: Die Sterblichkeit der Bienen ist aus unerklärlichen Gründen dramatisch angestiegen. Die Todesrate ist über 30 Prozent gestiegen – so hoch wie noch nie. Die Produktion von Mandelmilch hat zu einer deutlichen Ausweitung der Anbauflächen geführt. Die Bienen können den industriellen Anforderungen offenbar nicht gerecht werden.

. Ihre Sterblichkeit liegt 10 Prozent über den historischen Höchstwerten. (Foto: Flickr/Blumenbiene/CC BY 2.0)

. Ihre Sterblichkeit liegt 10 Prozent über den historischen Höchstwerten. (Foto: Flickr/Blumenbiene/CC BY 2.0)

Kaliforniens Imker schlagen Alarm: Die um 30 Prozent höhere Sterblichkeit der Bienen gefährdet die Mandelernte im kommenden Jahr. Wissenschaftler rätseln schon seit Jahren über das Naturphänomen. Die Financial Times zitiert den Forscher Dennis van Engelsdorp von der University of Maryland: „Wir halten unseren Atem an!“

Umweltschützer glauben, dass das Bienensterben von den in der Landwirtschaft eingesetzten Pestiziden kommt. Erst kürzlich mussten bayerische Imker eine Jahresernte vernichten, weil die Bienen mit Gen-Mais in Berührung gekommen waren, der mit Monsanto-Pflanzenschutz behandelt worden war.

Aber auch der industrielle Einsatz der Bienen könnte eine Ursache sein: Forscher sprechen vom „Reise-Stress“, dem die Bienen nicht gewachsen seien, weil sie von Feld zu Feld transportiert würden, um mehrfache Bestäubungen durchzuführen.

Auch die Größe der Felder spielt eine Rolle: Um die global steigende Nachfrage nach Mandeln, insbesondere nach Mandelmilch, zu befriedigen, wurden die Anbauflächen beständig vergrößert: Zu groß für die Bienen, wie Forscher glauben. Vor allem die Nachfrage aus Europa und China ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen.

Die hohe Sterblichkeit der Bienen könnte dazu führen, dass die Bienenhaltung für viele Imker zu teuer wird. Sie müssen die Völker in kürzeren Abständen als früher ersetzen.

Die Entwicklung zeigt, dass die Kombination aus industrieller Landwirtschaft und dem massiven Einsatz von Pestiziden unvorhergesehene Folgen für das ökologische Gleichgewicht auf der Erde hat.

Bienen gelten für das globale Ökosystem als besonders wichtig. Ihr Aussterben würde auch die Nahrungsmittelkette für den Menschen massiv beeinträchtigen. Die Nachrichten aus Kalifornien werden daher weltweit genau beobachtet.

Kommentare

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  1. es ist immer wieder für mich sehr verwunderlich, dass von „gewissen“ Forschern die Wirkungen der modernen Pestizide aus der Gruppe der Neonics unbeachtet bleibt oder gar negiert wird!

    Bienen werden schon lange zu den Blüten transportiert! Lange bevor es LKW´s gab! und natürlich stresst es die Bienen wenn die Transporte nicht richtig gemacht werden, wenn ihnen z.B. kein oder zu wenig Wasser gegeben wird. Aber dass dies zu einem Zusammenbruch ganzer Bienenstände führen soll, das können nur Leute glauben die keinerlei Ahnung von Imkerei haben!

    Wie gefährlich diese Neonics wirklich sind, was sie bei den Bienen anrichten, das wird heute immer noch von der großen Liga an Bienenforscher verschwiegen!

    Man muss sich viel eher mal fragen warum das so ist?

    Die Bienen werden schon in kleinsten Dosierungen von diesen Nervengiften geschwächt, verlieren die Orientierung, ihr Immunsystem bricht zusammen, die Bienen werden kurzlebiger und Krankheiten haben leichtes Spiel!

    Das sind die wirklichen Gründe für das Weltweite Bienensterben!

    Die Chemie Industrie verdient mit den Neonics ein Haufen Geld, mit dem man sich scheinbar alles kaufen kann!

    Auch Forscher die auf dem Auge der Pestizide scheinbar total blind sind. Die USA ist ja inzwischen für vieles bekannt, was uns Europäer nicht mal im Traum einfallen würde!

    Macht nur weiter so!

    Eines Tages sind es wir Menschen die den Bienen in den Himmel folgen!

    Grüßle