Pharmakonzerne

Novartis kauft Aktien im Wert von fünf Milliarden Euro zurück

Der Pharmakonzern bewirkt mit dem Rückkauf von Aktien eine Stärkung der gegenwärtigen Anteilseigner. Diese ermöglicht der Firma eine Doppelstrategie aus Konzentration und Expansion. Manche Randsparten möchte die Firma veräußern. Insgesamt plant sie jedoch, die Produktpalette zu erweitern.

Aktienkurs der Novartis AG von November 2012 bis November 2013. (Grafik: www.finanzen.net)

Aktienkurs der Novartis AG von November 2012 bis November 2013. (Grafik: www.finanzen.net)

Es ist erst der Anfang eines großen finanziellen Umstrukturierungsplans: Novartis, Europas größter Hersteller von Pharmaprodukten, hat einen Großteil seines Kapitals vom Aktienmarkt zurückgezogen und in den heimischen Kapitalstock zurückgeführt, wie Bloomberg berichtet. Für Konzernchef Joseph Jimenez ist damit ein Gesundungsprozess nach den Umsatzeinbußen 2012 eingeleitet: „Novartis hat einen Wendepunkt erreicht, nachdem Alcon [Schweizer Pharmaunternehmen mit Schwerpunkt Augenheilkunde, Anm. d. Red.] vollständig integriert und die Verschuldung reduziert wurde“, so Jimenez auf der Jahresversammlung für Investoren in Basel.

Ziel des Rückkaufs sei eine Schärfung der Strategie: Die verbliebenen Aktionäre werden durch das zunehmende Gewicht des Eigenkapitals stärker am Neustrukturierungsprozess beteiligt. Im Zuge dieses Prozesses will Novartis seine Produktpalette gezielter an die Erfordernisse zukünftiger Märkte anpassen und sich damit Wettbewerbsvorteile sichern. Dafür will sich der Konzern von Produktsparten mit geringerer Reichweite wie Tierarznei trennen und im Gegenzug stärker im Bereich der Entwicklung von Produkten für Haut- und Atemwegserkrankungen tätig werden.

In erster Linie signalisiert die Unternehmensführung ihren Aktionären mit dieser Maßnahme, dass sie deren Anteil am Unternehmen vergrößern möchte. „Wir erwarten weitere Zuwächse im Einnahmebereich, da die Firma periphere Aktiva wie die Tiergesundheitsfürsorge in den nächsten sechs bis zwölf Monaten veräußern will“, sagte Andrew Baum, Finanzanalyst des New Yorker Finanzdienstleisters Citigroup Inc. Baum hofft darüber hinaus, dass der Stärkung der Anteilseigner ein Zuwachs der unternehmensinternen Geldmenge folgt.

„Es ist eine nette Geste“, sagte Michael Leuchten, Analyst von Barclays PLC in London. „Der Markt liebt den Rückkauf. Wenn man der Mathematik folgt, dann kaufen sie [Novartis, Anm. d. Red.] innerhalb von zwei Jahren 2,5 Prozent ihres Börsenwerts zurück.“

Hintergrund der finanziellen Restrukturierung ist der Finanzplan von acht Milliarden Euro, den Novartis 2008 vorgestellt hat. Der größte Teil der Mittel ist für die Abfederung der finanziellen Folgen zum Vorstoß im Bereich der Augenpflege vorgesehen.

Das oberste Gebot hinter den Maßnahmen sei für die Unternehmensführung die Zufriedenheit der Investoren. Das Wichtigste, so Unternehmensführer Jimenez, sei „eine starke und wachsende Dividende“.

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