Ernährung

Wurstbrot: Zu viel Salz macht krank

Kochen ohne Salz ist für viele nicht vorstellbar. Doch wir nehmen bereits über Lebensmittel wie Brot und Wurst so viel Salz auf, dass wir unser selbstgekochtes Essen kaum mehr salzen dürften. Zu viel Salz kann sogar zu ernsthaften Herz- und Kreislauferkrankungen führen. Vor allem Brot stellt eine nicht zu unterschätzende Gefahr dar.

Das Wurstbrot: Sieht harmlos aus, sollte jedoch nicht im Übermaß verzehrt werden. (Foto: DGN)

Das Wurstbrot: Sieht harmlos aus, sollte jedoch nicht im Übermaß verzehrt werden. (Foto: DGN)

 

Salz ist auch heute noch in unserer Gesellschaft ein Lebensmittel, das nicht wegzudenken ist. Zwar ist der Wert des Salzes deutlich gesunken. Doch die Lebensmittelindustrie lässt sich immer exotischere Salzsorten einfallen, um das Salz teurer an den Mann oder die Frau zu bringen. Doch gerade Salz sollte in Maßen und nicht in Massen konsumiert werden.

Vor allem Männer sollten aufpassen, dass sie nicht zu viel Salz zu sich nehmen. Eine vermehrte Natrium-Aufnahme trägt maßgeblich zu einem hohen Blutdruck bei. Dies führt einer Studie der Tulane University in New Orleans zufolge zu Erektionsstörungen, die mit herkömmlichen Medikamenten für Erektionsstörungen nicht behandelt werden können. Das heißt jedoch nicht, dass nur Männer mit bereits chronischem Bluthochdruck (Hypertonie) davon betroffen sind. So seien Erektionsprobleme auch bei Männern mit Prähypertonie häufig, zitiert naturalnews.com Michael Doumas, einen der Autoren der Studie. Als Prähypertonie wird ein leicht erhöhter Blutdruck bezeichnet.

In der Regel wird dem Körper täglich viel zu viel Salz zugeführt. Dabei besteht nicht nur die Gefahr des Bluthochdrucks. Auch das Risiko von Herz- und Kreislauferkrankungen erhöht sich. „2,5 Gramm Salz pro Tag weniger reduzieren die Erkrankungsgefahr um fast 25 Prozent, ohne dass dadurch nennenswert Geschmack und Genuss beeinträchtigt werden“, rät die Verbraucherzentrale NRW. Die empfohlene Tagesdosis liegt bei fünf bis sechs Gramm Salz.

Dabei geht es aber nicht nur um das, was wir selbst salzen. So stecken ca. 80 Prozent der täglichen Salzmenge in Brot, Wurst, Käse und Fertiggerichten, Soßen und Snacks. Vor allem Brot hat der Verbraucherzentrale zufolge einen viel zu hohen Salzgehalt. Im Brot stecken bereits bis zu 28 Prozent des täglichen Bedarfs. „Eine Reduzierung von Salz alleine um 3 Gramm am Tag würde nach WHO-Angaben zu über 50.000 Herzinfarkten und Schlaganfällen weniger führen“, so die Verbraucherzentrale.

Wie viel Salzgehalt in den Lebensmitteln steckt, war bisher auf den Verpackungen nicht gleich zu erkennen. Meist wird nicht „Salz“ angegeben, sondern „Natrium“. Um aber zu wissen, wie hoch die Salzmenge ist, musste der Verbraucher den Natriumwert in Gramm mit 2,54 multiplizieren. Erst ab 2016 muss auf den Verpackungen tatsächlich der Wert für Salz angegeben werden.

Aber auch die Aufnahme von zu wenig Salz kann sich negativ auf die Gesundheit auswirken. Wissenschaftler der Universität Glasgow fanden in einer Langzeitstudie heraus, dass die Sterblichkeitsrate von Bluthochdruckpatienten steigt, wenn diese zu wenig Chlorid aufnehmen. Chlorid ist einer der zwei Bestandteile von Salz. Über 35 Jahre lang beobachteten die Wissenschaftler dafür etwa 13.000 Patienten mit Bluthochdruck. Die Gruppe mit dem niedrigsten Chloridwert hatte eine 20 Prozent höhere Sterblichkeitsrate gegenüber den anderen Patienten. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass Chlorid in der Physiologie des Körpers eine wichtige Rolle spielt.

Aber es sei „noch zu früh, um mögliche Zusammenhänge zwischen der Salzaufnahme und der Reduzierung von Salz zu ziehen“, sagt Sandosh Padmanabhan von der University of Glasgow. „Wir brauchen mehr Forschung, um das genaue Zusammenspiel zwischen Chlorid und Gesundheitsrisiken zu bestimmen.“

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