Atomkatastrophe

Rätselhafter Tod eines Tiefsee-Delfins: Starb er wegen Fukushima?

Ein Rundkopf-Delfin ist vor der Küste Mauis gestrandet. Erste Untersuchungen zeigen, dass der Delfin an einer mysteriösen Erkrankung litt, die Herz, Lunge und Magen angreift. Es ist nicht auszuschließen, dass der Tod in Zusammenhang mit dem Atomunglück in Fukushima steht. Das radioaktive Wasser bedroht das gesamte Öko-System des Pazifik.

Dieser Rundkopf-Delfin strandete an der Küste von Paia in Hawaii. Die Obduktion gibt den Forschern Rätsel auf. Noch kann nicht gesagt werden, ob das eigentlich in extremer Tiefe lebende Tier ein Opfer der radioaktiven Verseuchung des Pazifik nach der Atom-Katastrophe von Fukushima geworden ist. (Foto: Hawaii Pacific University, Bill Lewis)

Dieser Rundkopf-Delfin strandete an der Küste von Paia in Hawaii. Die Obduktion gibt den Forschern Rätsel auf. Noch kann nicht gesagt werden, ob das eigentlich in extremer Tiefe lebende Tier ein Opfer der radioaktiven Verseuchung des Pazifik nach der Atom-Katastrophe von Fukushima geworden ist. (Foto: Hawaii Pacific University, Bill Lewis)

Ein seltener Rundkopf-Delfin ist am Strand von Paia vor Maui in Hawaii gestrandet. Erste Untersuchungen zeigen, dass das Tier (wissenschaftlicher Name Grampus griseus) nicht durch eine Verletzung gestorben ist, sondern an einer rätselhaften chronischen Krankheit litt, die Herz und Magen angegriffen hatte. Das Tier wies unter anderem ein Krebsgeschwür auf. Im Verdauungstrakt wurde keinerlei Nahrung gefunden. Die Lungen waren ebenfalls stark angegriffen, teilte die National Oceanic and Atmospheric Administration in einem Bulletin mit.

Die Forscher sagen außerdem, dass Rundkopf-Delfine selten in Hawaii gesichtet und in der Regel in großen Tiefen weit von der Küste entfernt gefunden werden, berichtet MauiNow aus Honolulu. Es gibt nur einige tausend dieser Tiere. Wegen ihres Lebens in großer Tiefe weiß sie Wissenschaft wenig über sie. Nur außerordentlich selten stranden diese Delfine.

Niemand kann mit Sicherheit sagen, wie sehr die Katastrophe von Fukushima das Meerwasser verändert hat. Es ist nicht auszuschließen, dass der Tod des Delfins, dessen Gattung auch in den Gewässern rund um Japan lebt, mit dem Unglück zusammenhängt.

Im März 2014 wird aus Japan eine erste Welle radioaktiv verseuchtes Wasser die US-Westküste treffen (hier). Die Inselgruppe Hawaii liegt allerdings mehr als 3500 Kilometer vor Kalifornien. Eine Simulation von chinesischen und koreanischen Forschern zeigt, wie sich das radioaktive Wasser von Fukushima aus ausbreitet. Bis zum Jahr 2030 wird sich die radioaktive Welle faktisch über den ganzen Pazifik ausbreiten.

Schon heute geben zahlreiche mysteriöse Erkrankungen an Fischen und Meerestieren im Pazifik den Forschern Rätsel auf.

Die Forscher fanden während der Untersuchung des Delfins auch eine Plastiktüte in dessen Magen. Diese sei aber nicht für den Tod verantwortlich. Sie sei nur ein weiteres Zeichen, wie sehr die Meeresverschmutzung in das Leben der Tiere eingreife, so die Forscher. Denn Fälle, bei denen tote Meeressäuger mit Plastikmüll im Magen gefunden wären, häufen sich (hier).

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