Forschung

Geheimer Code: Angst ist eine Erbkrankheit

Angst ist erblich und kann die Gene verändern. Studien an Mäusen haben gezeigt, dass die Tiere ihren Kindern Erlebnisse weitervererben können. Selbst bei ihren Enkeln zeigte sich die gleiche Angst vor einer bestimmten Erfahrung.

Studien bestätigen: Die Ängste der Eltern können auf Kinder genetisch übertragen werden. (Foto: Flickr/fotologic/CC BY 2.0)

Studien bestätigen: Die Ängste der Eltern können auf Kinder genetisch übertragen werden. (Foto: Flickr/fotologic/CC BY 2.0)

Zwei Forscher der Emory University School of Medicine in Atlanta haben nachgewiesen, dass sich schlechte Erfahrungen auf die Gene auswirken können. Dafür verbanden die Forscher Brian Dias und Kerry Ressler bei männlichen Mäusen den Geruch von Acetophenon mit einem elektrischen Stromschlag an den Pfoten. Sobald der Geruch wieder auftrat, erstarrten die Mäuse.

Im Anschluss daran zeugten die so konditionierten Mäuse Kinder und deren Kinder ebenfalls Nachkommen. Sowohl bei den direkten als auch bei den indirekten Nachkommen zeigte sich auf den Geruch von Acetophenon dieselbe Reaktion wie bei den Eltern. Obwohl die Kinder der Elterngeneration mit diesem Geruch bis dato keinerlei Erfahrung gemacht hatten. Bei anderen Gerüchen erstarrten die Kinder und Enkel nicht, so die Studie.

Um einen Irrtum auszuschließen, wurden die Enkelkinder mittels künstlicher Befruchtung gezeugt und von anderen Müttern gesäugt sowie aufgezogen: Damit sollte sichergestellt werden, dass Eltern und Großeltern ihre Ängste den Kindern nicht durch Lernprozesse weitergeben.

Der Test verlief erfolgreich: Angst ist offenbar ein geheimer Code im genetischen System, der sich über Generationen weitervererbt.

Dies konnten die Forscher der Emory University School of Medicine am Erbgut im Mäusesperma feststellen. In dem Erbgut zeigte sich, dass dem Gen für den so genannten Acetophenon-Rezeptor an diversen Stellen die epigenetischen Marker fehlten: die Methylgruppen. Dies könnte dafür gesorgt haben, dass das Gen bei der Entwicklung des Embryos häufiger abgelesen wurde und somit der Rezeptor öfter eingebaut worden ist, berichtet Nature.

Kommentare

Schreibe den ersten Kommentar für diesen Artikel.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *