Süßigkeiten

Kaugummis enthalten schädliche Substanzen

In Kaugummis wurden schädliche Substanzen entdeckt Eine Studie hat nun ans Tageslicht gebracht, dass Kaugummis zwar Zähne reinigen können, selbst jedoch alles andere als sauber sind.

Ob „zuckerfrei“ draufsteht oder nicht, spielt keine Rolle. Jede Kaugummisorte enthält diverse Zucker-Arten. (Foto: DGN)

Ob „zuckerfrei“ draufsteht oder nicht, spielt keine Rolle. Jede Kaugummisorte enthält diverse Zucker-Arten. (Foto: DGN)

Durch den Kauprozess und den Speichel gelangen Inhaltsstoffe des Kaugummis in den Körper. Und zwar direkt, ohne große Umwege. Ein Blick auf die Inhaltsstoffe fördert durchaus Unerfreuliches zu Tage.

Einige Zutaten der Kaugummis sind nämlich gefährlich, wie eine Untersuchung des Health Wyze Reports zeigt. Hierfür wurden die gängigen Kaugummisorten auf Inhaltsstoffe untersucht und eine Liste der häufigsten Zutaten erstellt. Dazu gehören unter anderem Aspartame, Kaumasse, Acesulfam-K, Butylhydroxytoluol und Titanium Dioxide.

In vielen Kaugummis, die man auch in Deutschland kaufen kann, finden sich meist sogar mehrere dieser fragwürdigen Inhaltsstoffe. Ein Blick auf die Verpackung des Lieblingskaugummis ist also durchaus geboten. Zumal bei den Verpackungen nicht angegeben wird, in welchem Umfang diese Stoffe eingesetzt wurden.

Der Inhaltsstoff Aspartam (E951) findet sich in sehr vielen Kaugummis. Vor allem aber auch in denjenigen, die angeblich keinen Zucker enthalten. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) sagt dazu:

Aspartame

„Aspartam ist ein kalorienarmes, intensives künstliches Süßungsmittel. Es handelt sich um ein weißes, geruchloses Pulver, das etwa 200-mal süßer ist als Zucker. In Europa ist Aspartam für die Verwendung als Tafelsüßstoff sowie als Lebensmittelzusatzstoff in Nahrungsmitteln zugelassen.“

Der Zusammenhang zwischen Aspartam und Krebserkrankungen wird seit Jahren diskutiert. Eine Studie des Europäischen Ramazzini-Instituts von 2005 stellte einen Zusammenhang zwischen dem Verzehr des Inhaltsstoffes und Krebs her. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit hält Aspartam für unbedenklich. Aber auch andere Erkrankungen werden immer wieder mit Aspartam in Verbindung gebracht: Epilepsie, Asthma, Schlaflosigkeit, Diabetes etc., so der Health Wyze Report. Auch in vielen Diätprodukten und zuckerfreien Lebensmitteln wird Aspartam eingesetzt.

Acesulfam-K

Wie Aspartam ist Acesulfam-K ein Süßstoff. Auch hier gibt es unterschiedliche Meinungen über die Unbedenklichkeit dieses Inhaltsstoffes. Studien an Tieren hatten einen Zusammenhang zwischen verschiedenen Tumoren und der Einnahme von Acesulfam-K entdeckt.

Kaumasse

Was man sich genau unter einer Kaumasse vorzustellen hat, ist schwer zu sagen. Die Angabe Kaumasse auf Kaugummiverpackungen wird in der Regel nicht erklärt. Der Kaugummi-Verband erklärt dazu:

„Die Base ist der eigentliche ‚Gummi‘, auf dem man kaut. Die natürliche Kaumasse besteht aus Harzen, Kautschuk und Milchsaft bestimmter Bäume, die vorwiegend in Südamerika, Indonesien und Malaysia wachsen. So gewinnt man in Südamerika beispielsweise aus dem Saft des Sapotillbaumes das ‚Chicle‘, eine altbewährte Grundlage für Kaugummi. Der eingedickte Saft wird in festen Blöcken zur Weiterverarbeitung zu den Herstellern geschickt. Dort werden natürliche und künstliche Rohstoffe kombiniert, um Kaugummi den bestmöglichen ,Biss’ zu verleihen.“

„Natürliche und künstliche Rohstoffe“ werden also zu der „natürlichen Kaumasse“ hinzugefügt. Was das jedoch genau bedeutet, das erklärt der Verband nicht. Auch bei Wrigley’s, die einen Großteil der am Markt erhältlichen Kaugummisorten vertreiben, findet man dazu nichts. Auf die Frage, woraus ein Kaugummi hergestellt ist, gibt Wrigley’s auf seiner Seite an:

„Kaugummi enthält hauptsächlich Zucker, Glukosesirup, Kaumasse, Aromen und Zutaten, die für eine geschmeidige Konsistenz, gleichbleibende Qualität und angenehme Kauerfahrung sorgen. Bei zuckerfreien Kaugummis ersetzen Zuckeraustauschstoffe den Zucker und den Glukosesirup.“

Weichmacher sind mit Sicherheit enthalten. Was genau es damit aber auf sich hat, kann der Kunde nicht wissen.

Butylhydroxytoluol

In einigen Kaugummis findet sich auch Butylhydroxytoluol (BHT). Dieser Inhaltsstoff ist in vielen Ländern wie Großbritannien und Japan bereits als giftig verboten worden. In den USA zum Beispiel wird Butylhydroxytoluol als Konservierungsmittel für Kaugummi und andere Lebensmittel noch immer eingesetzt. Nieren- und Leberschäden sowie Hyperaktivität bei Kindern werden mit dem Stoff in Verbindung gebracht. Auch der Verdacht, dass Butylhydroxytoluol krebserregend sein könnte, ist noch nicht ausgeräumt.

In einem Bericht des deutschen Bundesinstituts für Risikobewertung von 2011 heißt es:

„Butylhydroxytoluol (BHT) ist ein zugelassender Lebensmittelzusatzstoff (E321) und wird als Antioxidans in verschiedenen Verbraucherprodukten, z. B. kosmetischen Mitteln, Pflanzenschutzmitteln und Lebensmittelverpackungen eingesetzt.“

Titanium Dioxide

Der Inhaltsstoff Titanium Dioxide wird in einigen Kaugummis als Weißmacher eingesetzt. Diese Substanz wird mit Auto-Immunkrankheiten und Asthma in Verbindung gebracht. Titanium Dioxid findet sich auch bei der Universität Hamburg auf der Liste der gesundheitsschädlichen Stoffe mit „Verdacht auf krebserzeugende Wirkung“.

Alles andere als frei von Zucker

Von dem Gedanken eines zuckerfreien Kaugummis können sich die Konsumenten auch verabschieden. In vielen angeblich zuckerfreien Kaugummis finden sich Inhaltsstoffe wie Sorbit, Maltit und Mannit. Dabei handelt es sich um Zucker-Alkohole. Diese werden normalerweise aus Zucker hergestellt und sie erhöhen den Blutzuckerspiegel genauso wie beim Essen von Zucker. Da diese drei Inhaltsstoffe aber kein reiner Zucker sind, steht auf den Verpackungen „zuckerfrei“.

Bei Wrigley’s heißt es zu den zuckerfreien Kaugummis:

„Nein, unsere Produkte enthalten keinen Alkohol im herkömmlichen Sinn (Trinkalkohol, Ethylalkohol bzw. Ethanol). Unsere zuckerfreien Kaugummis, welche derzeit in Deutschland erhältlich sind, enthalten mehrwertige Alkohole. Dieser Begriff ist die vom Gesetzgeber vorgeschriebene Bezeichnung für Zuckeraustauschstoffe, auch Polyole genannt. Zuckeraustauschstoffe wie z. B. Isomalt, Sorbit, Mannit, Maltit, Xylit und Erythrit werden anstelle von Zucker in unseren zuckerfreien Produkten der Marken Wrigley´s EXTRA, Airwaves, Orbit und 5 GUM verwendet.“

In jedem Fall ist der Kaugummi-Markt trotz der geringen Preise, die dafür bezahlt werden, lukrativ. 2012 lag der Umsatz in Deutschland bei etwa 651 Millionen Euro, so der Kaugummi-Verband.

Kommentare

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  1. Aspartam ist schon des öfteren negativ in den
    Schlagzeilen und bei Arte TV aufgefallen. Es steht auch im Verdacht Parkinson auszulösen.
    Wissenschaftler die dies Veröffentlichen, werden sogar bedroht.
    Erschreckend dieser Zustand.
    Aber ein gutes Geschäft für die Pharmaindustrie.

  2. Aspartam befindet sich eben auch in Softdrinks
    und anderen Lebensmitteln und dann wird schon
    einiges von diesem giftigem Stoff aufgenommen.
    Soweit ich weiß hat die Erkrankung ,Parkinson‘
    in Deutschland zugenommen.
    Ich denke Zucker in Maßen ist weit weniger schädlich.
    Aber Danke auch für die Erklärung anderer Inhaltstoffe.