Gasförderung

EU lockert Umwelt-Auflagen für Fracking

Die Regierungschefs der EU-Mitgliedstaaten haben sich am Freitag auf einen neuen Gesetzesentwurf geeinigt. Für die Förderung von Schiefergas mittels Fracking soll keine Umweltverträglichkeitsprüfung mehr notwendig sein. Die EU rudert bei den Umwelt-Auflagen wieder zurück.

David Cameron ist ein großer Befürworter von Fracking. Seine Landsleute sehen das etwas anders: Anti-Fracking-Demonstrationen sind in Großbritannien keine Seltenheit. (Foto: Consilium)

David Cameron ist ein großer Befürworter von Fracking. Seine Landsleute sehen das etwas anders: Anti-Fracking-Demonstrationen sind in Großbritannien keine Seltenheit. (Foto: Consilium)

Im Oktober hatte ein Mehrheitsbeschluss des Europäischen Parlaments noch dafür gestimmt, Fracking in den Anwendungsbereich der UVP-Richtlinie (Umweltverträglichkeitsprüfung) aufzunehmen. Doch Schiefergasförderung mittels Hydraulic Fracturing soll nicht mehr explizit in diese Richtlinie aufgenommen werden. Darauf haben sich die Regierungschefs der EU-Mitgliedstaaten am Freitag geeinigt, berichtet Reuters.

Mehrere europäische Staaten wollen in Zukunft Schiefergas fördern. Sie verweisen auf die angebliche Erfolgsgeschichte der Schiefergas-Förderung in den USA.

Besonders Großbritannien will Fracking im eigenen Land vereinfachen. Die Änderung des Gesetzesentwurfs muss noch durch das Europäische Parlament genehmigt werden. Bisher ist Schiefergas bereits von 17 verschiedenen EU-Rechtsvorschriften abgedeckt, aber es gibt kein spezielles Gesetz zur Förderung mittels Fracking.

Unterstützung erhalten die Befürworter von EU-Kommissar und Fracking-Fan Günther Oettinger. Er will trotz des großen Widerstands von Umweltschützern das Thema Fracking weiter voranbringen. Er fordert seit Langem Probebohrungen in Deutschland und EU-weite Regelungen.

Kommentare

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  1. Wozu haben wir ein demokratisch gewähltes EU-Parlament, dessen Beschlüsse anschließend einfach von den Regierungschefs der
    EU-Länder wieder kassiert werden können, nur weil Groß Brittannien und Polen bei der Schiefergasförderung keine „störenden“ Auflagen haben wollen und ohne Rücksichtnahme „fracken“ wollen ?.

    Und wenn nachher die dicht besiedelten britischen Regionen kein
    Trinkwasser mehr aus dem eigenen Boden pumpen können, zahlt die
    EU Strukturhilfe zur Verleguing von Wasserleitungen, damit sie
    wieder versorgt sind. Oder ?
    Die EU-Kommission denkt viel zu kurzfristig, wenn es um unsere
    Ressourcen geht.
    Das ist eine Schande!

  2. Es wird Zeit, daß die GRÜNEN ihrem Namen gerecht werden und für eine Gesetzesänderung sorgen…. oder ich habe seit Anbeginn zum letzten Mal grün gewählt!!.
    FRACKING MUSS VERBOTEN WERDEN!!! Zur Info auf Youtube GASLAND von Josh Fox.