Massentierhaltung

Hormon-Einsatz: Fleisch aus industrieller Schweinezucht macht krank

Der massive Einsatz von Hormonen führt zu gesundheitlichen Schäden bei den Konsumenten. Durch die Nahrungsmittel-Kette gelangen Stoffe in den menschlichen Organismus, deren Folgen nicht abzuschätzen sind. Nahrungsmittel-Experten fordern eine radikale Wende.

Auf kleinen Schweinefarmen werden die Tiere noch artgerecht gehalten.  (Foto: Flickr/lilly2de/CC BY-SA 2.0)

Auf kleinen Schweinefarmen werden die Tiere noch artgerecht gehalten. (Foto: Flickr/lilly2de/CC BY-SA 2.0)

Durch den gezielten Einsatz von Sexualhormonen wird die Schweinezucht effizient gemacht. Die Geschlechtsreife tritt früher ein, die Weibchen können schneller befruchtet werden, die Wurfquote pro Sau erhöht sich. Das mit der Gülle ins Abwasser gelangte Östrogen kann für den Menschen schwere gesundheitlich Folgen haben, etwa Unfruchtbarkeit bei Männern.

In der Schweinzucht eingesetzte Hormonpräparate schalten den Sexualzyklus der Tiere gleich. Ferkel werden in unnatürlich hoher Anzahl geboren, kürzer gesäugt und schneller zur Geschlechtsreife gebracht.

Mit der Gülle gelangen die Hormone in Boden und Gewässer – und in weiterer Folge in die Trinkwasserressourcen. Die Sexualhormone gelangen so auch in den menschlichen Körper, schwere gesundheitliche Folgen drohen. Das ergaben zwei Studien des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND).

Der geringere Arbeitsaufwand und die höhere Effizienz haben ihren Preis für Tier und Mensch. Es brauche eine Kehrtwende in der Agrarpolitik. „Weg von Massentierhaltung und weg von der Subventionierung einer Agrarindustrie, die Tiere zu Gebärmaschinen macht“, so der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger in Richtung Bundesagrarminister Hans-Peter Friedrich.

„Die Nutzungsdauer der heutigen Sauen ist recht kurz … Die Sauen werden im Mittel keine zwei Jahre genutzt (nur 4,5 –  5,0 Würfe), d. h. sie werden keine drei Jahre alt. Dementsprechend hoch sind die Raten für die notwendige Bestandsergänzung durch Jungsauen (Remontierung). Die Remontierungsraten sind in Ostdeutschland mit ca. 50 – 60 % der Sauen im Jahr höher als in Westdeutschland mit ca. 40 – 47 %“, so die Studie „Zum Einsatz von Hormonen in der intensiven Sauenhaltung“.

Die massive Medikamentenabgabe an gesunde Tiere widerspreche dem Arzneimittelgesetz, so der BUND. Hormontherapien sind eigentlich für die Behandlung von Krankheiten in der Zucht gedacht.

Die Hormone gelangen über Trinkwasserressourcen in den menschlichen Organismus. Mit erheblichen Folgen für die Gesundheit.

„Störungen bei der Organentwicklung, der Verringerung der männlichen Fruchtbarkeit und dem vermehrten Auftreten bestimmter Krebsformen“, so die Studie „Mögliche Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit durch Einträge von Hormonen in die Umwelt“. Diese sind vor allem Brustkrebs, Hoden- und Prostatakrebs.

Weitere mögliche Folgen der Hormone sind Vorverlagerung des weiblichen Pubertätsbeginn, Verminderung der Spermienqualität, genitale Fehlbildungen und Übergewicht.

Ein Umdenken der Politik, wie es der BUND fordert, ist nicht absehbar: Die Agrarindustrie und ihre Förderpolitik wird durch die EU noch gestärkt. Bauern müssen ihre Felder vor Spekulanten schützen, die Umwelt wird durch den massiven Einsatz von Pestiziden nachhaltig gestört (hier).

Deutschland entwickelt sich zum „Exportland für Billigfleisch“, sagte Bernhard Hörning, Mitautor des Agrarberichts 2014 der Nachrichtenagentur dts. Der Selbstversorgungsgrad über alle Fleischarten hinweg liege in Deutschland bei 120 Prozent, berichtet die FR. Je größer die Betriebe werden, desto stärker verändert sich die Tierhaltung. Auf kleineren Höfen mit weniger als 64 Schweinen leben nur noch 64 Prozent der Tiere auf Stroh. Bei Höfen mit über 5.000 Schweinen darf sich nur noch 1 Prozent im Stroh suhlen. 99 Prozent der Tiere müssen im Stall stehen.

Der Einsatz von Antibiotika und Hormonen lasse manchmal die „biologischen Grenzen der Tiere erkennen“, so Hörning. Aktivisten gehen jedoch gehen die großen Tierfabriken vor. In 2012 und 2013 konnten 30 Tierfabriken für 1,9 Millionen Masthühner, 335.000 Legehennen, 20.000 Puten, 113.000 Schweine und 2.200 Kühe und ein Großschlachthof für Masthühner verhindert werden.

Kommentare

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  1. Wider so ein reiner Propagandaartikel mit haltlosen Vermutungen (mögliche Auswirkungen). Ja wer sind denn eigentlich diese „Nahrungsmittel-Experten“?
    Das Ziel diese ökologistischen Machwerks ist der verlängerte Weltuntergang! Nach der Angat vor der Klimaerwärmung, dem Gau der Kernkraftwerke und em pösen CO2 müssen wir uns natürlich vor dem Fleisch und insbesondere dem aus hochproduktiven Betrieben des Ostens fürchten!
    Und wenn sie nicht gestorben sien werden sie euch auch morgen noch belügen und über das Ohr hauen!
    Jagt sie in die Wüste!