Gesundheit

Forscher finden Verbindung zwischen Cholesterin und Alzheimer

Patienten mit höheren Cholesterin-Levels weisen auch stärkere Ablagerungen des Proteins Beta-Amyloid auf, das als Auslöser der Alzheimer-Demenz gilt. Die Anpassung des Cholesterin-Spiegels könnte ein Mittel im Kampf gegen Alzheimer werden.

Bluthochdruck, Diabetes und Cholesterin bewirken nicht nur Gefäßkrankheiten, sondern sind auch Vorboten von Alzheimer. (Foto: Flickr/robnguyen01/CC BY-SA 2.0)

Bluthochdruck, Diabetes und Cholesterin bewirken nicht nur Gefäßkrankheiten, sondern sind auch Vorboten von Alzheimer. (Foto: Flickr/robnguyen01/CC BY-SA 2.0)

Cholesterin, das mit Herzkrankheiten in Verbindung gebracht wird, ist auch ein Indikator für das Vorkommen von Alzheimer-Proteinen. Diese Beta-Amyloid-Proteine konnten in den Gehirnen der Studienteilnehmer nachgewiesen werden.

„Eines der wichtigen Themen der Demenz-Forschung in den letzten 15 Jahren ist die Tatsache, dass es verblüffende Verbindungen zwischen Gefäßkrankheiten und Alzheimer gibt“, zitiert Reuters Studienleiter Bruce Reed von der University of California.

Es sei immer klarer geworden, dass allgemein anerkannte Risikofaktoren für Gefäßkrankheiten auch Risikofaktoren für Alzheimer sind, so Reed. Dazu gehören BluthochdruckDiabetes und erhöhte Cholesterin-Spiegel.

In früheren Studien hatten Reed und seine Kollegen eine Verbindung zwischen Gefäßrisiken und dem Level von Gehirn-Amyloid gefunden. „Die Amyloid-Ablagerung ist wichtig, weil Wissenschaftler weithin annehmen, dass sie ein entscheidender Vorgang ist, der eine Kettenreaktion in Gang setzt, die sich irgendwann, Jahre später, als Alzheimer-Demenz auswirkt“, sagte Reed.

Zudem habe sich bei Untersuchungen an Zellkulturen und bei Tierversuchen gezeigt, dass Cholesterin eine wichtige Rolle spielt bei der Ausbreitung von Amyloid-Ablagerungen im Gehirn.

Für die neue Studie untersuchten die Forscher die Cholesterin-Spiegel von 74 alten Leuten, die über normale bis leicht eingeschränkte kognitive Funktionen verfügten. Mittels Positronen-Emissions-Tomographie (PET) maßen sie auch die Ablagerungen von Amyloid-Proteinen im Gehirn.

Die Forscher fanden, dass Teilnehmer mit höheren Levels von „schlechtem“ LDL-Cholesterin und geringen Levels von „gutem“ HDL-Cholesterin auch höhere Levels von Amyloid im Gehirn hatten. Erhöhte LDL-Cholesterin-Levels stehen in Verbindung mit Gefäßkrankheiten, hohe Levels von „gutem“ HDL-Cholesterin schützen möglicherweise vor Herzkrankheiten.

„Wir denken, das ist ein sehr wichtiges Ergebnis, aber wie alle neuen Erkenntnisse muss es wiederholt werden“, sagte Reed. Wenn dieselbe grundlegende Beobachtung auch in anderen Patientengruppen gemacht werde, müsse man dringend versuchen, den Mechanismus dahinter zu verstehen.

„Cholesterin im Blut und Cholesterin im Gehirn sind zwei verschiedene ‚Reservoirs‘, die durch die Blut-Gehirn-Schranke voneinander getrennt sind“, so Reed. Sein Team habe nur das Cholesterin im Blut gemessen. Es müsse nun die Frage beantwortet werden, wie Cholesterin im Blut und Cholesterin im Gehirn einander beeinflussen. Auch ist nicht klar, wie veränderte Cholesterin-Spiegel die Amyloid-Ablagerung beeinflussen.

Die richtigen Cholesterin-Spiegel könnten die Entstehung von Amyloid-Ablagerung im Gehirn verhindern, so Reed. Die derzeit verwendeten Cholesterin-Medikamente hatten bei den Teilnehmern der aktuellen Studie keinen Einfluss auf die Amyloid-Ablagerungen.

Reed empfiehlt, sich an Cholesterin-Richtlinien der Amerikanischen Herz-Gesellschaft zu halten. Die Studie zeige, dass wir auch im Alter von 80 Jahren und mehr unsere „Gesundheit positiv beeinflussen können“.

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