Pestizide

Hersteller fürchten Verluste durch Pestizid-Verbot

Wegen der EU-Verbote für Pestizide befürchten Chemie-Hersteller und Landwirte massive Ertragseinbußen. Denn bis zum Ende des Jahrzehnts könnten drei Viertel der eingesetzten Pflanzenschutz-Mittel verboten werden. Dies gefährde eine zukunftssichere und wettbewerbsfähige Landwirtschaft.

Weniger Pestizide bedeuten weniger Erträge bei der Ernte und weniger Erlöse für die Hersteller. (Foto: Flickr/Greencolander/CC BY 2.0)

Weniger Pestizide bedeuten weniger Erträge bei der Ernte und weniger Erlöse für die Hersteller. (Foto: Flickr/Greencolander/CC BY 2.0)

Chemiehersteller und Landwirte befürchten massive Ertragseinbußen durch europaweite Einschränkungen beim Pflanzenschutz. Wegen einer EU-Zulassungsverordnung aus dem Jahr 2009 könnten am Ende des Jahrzehnts nur noch ein Viertel der gegenwärtig eingesetzten Mittel verwendet werden, warnte der Industrieverband Agrar (IVA) am Donnerstag in Berlin.

„Es droht, dass von den zehn heute meistverkauften Getreide-Fungiziden neun aus dem Markt verschwinden würden“, erklärte die Lobbyvereinigung der agrochemischen Industrie.

Die Hersteller könnten die Verluste nicht durch neue Produkte ausgleichen, erläuterte IVA-Präsident Helmut Schramm. In Europa dauere die Entwicklung eines neuen Pflanzenwirkstoffs im Schnitt zehn Jahre und koste etwa 200 Millionen Euro.

Nach Branchenangaben hatte der Weltmarkt für Pflanzenschutzmittel 2012 ein Volumen von rund 36 Milliarden Euro. Auf Deutschland entfielen knapp 10 Prozent.

Auch der Deutsche Bauernverband warnt vor überzogenen Risikobetrachtungen der EU, die zum Verbot von Herbiziden führen könnten. „Der Erhalt einer breiten Wirkstoffpalette ist von fundamentaler Bedeutung für eine zukunftssichere und wettbewerbsfähige Landwirtschaft“, heißt es in einem Positionspapier der Organisation.

Gegner eines massenhaften Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln argumentieren hingegen, von den Pestiziden gehe eine Gefahr für die Gesundheit aus. Es sei kaum möglich, die Produkte so einzusetzen, dass keine Rückstände entstünden. Zudem bestehe das Risiko, dass sich resistente Unkräuter entwickeln, die immun gegen die Mittel sind. Umweltschützern kritisieren etwa das Herbizid Glyphosat, das im Verdacht steht, Krebs auszulösen (hier).

Desweiteren besteht der Verdacht, dass Pestizide im Zusammenhang mit Hungersnöten stehen könnten (hier).

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  1. Wer hier den Verlust befürchtet sind die Chemie-Konzerne. Sie haben keine Skrupel Gift herzustellen und zu vermarkten und zu verkaufen.
    Die Landwirte sind – soweit ich sie kenne – da ich auch auf dem Land wohne – eher darauf bedacht ihre Kühe und sich selbst gesund zu erhalten und somit auch ihr Land.

    Chemie hat immer konsequenzen für die Bevölkerung, aber wir werden ja von allen Seiten mit Chemie überschüttet – auch von der Pharma.
    Die Chronischen Erkrankungen nehmen zu und nicht ab, das ist die Tatsache.
    Es ist zum Teil schon kriminell wie Giftstoffe verschlüsselt werden und dann auf den Markt kommen. Die Bevölkerung wird hier nicht wirklich informiert und meist hintergangen.

    Erhalt einer breiten Wirkstoffpalette – super – keiner erkennt mehr von was er dann krank geworden ist.

    Sie sollten sich mal mehr um konstruktivere und natürliche Wirkstoffe kümmern. Die gibt es mit sicherheit. Möglicherweise bringen sie den Konzernen aber nicht so viele Milliarden ein, wie die tötliche Chemie