Marihuana

Wiener Arzt: Cannabis löst Psychosen aus

Die Einnahme von Cannabis gefährdet die geistige Gesundheit junger Menschen. Die falsche Dosierung von medizinischem Cannabis kann eine Psychose auslösen. Eine medizinische Vorkontrolle sei vor der Verschreibung ebenso dringend notwendig wie eine Entkriminalisierung, so ein Wiener Arzt.

Regelmäßiges Kiffen hat Nebenwirkungen, kurzfristige und langfristige. (Foto: Flickr/Wiros/CC BY-SA 2.0)

Regelmäßiges Kiffen hat Nebenwirkungen, kurzfristige und langfristige. (Foto: Flickr/Wiros/CC BY-SA 2.0)

Junge Menschen riskieren durch Cannabis-Konsum die Erkrankung an einer Psychose. Eine Prädisposition, also genetische Anfälligkeit, müsse zwar vorhanden sein, doch das Risiko ist gegeben. Vorsicht bei der richtigen Dosierung von medizinischem Cannabis ist angebracht, so ein Wiener Arzt im Interview mit dem Standard.

Der Mediziner tritt vehement für eine Entkriminalisierung der Droge ein. Wer einmal mit Cannabis in Kontakt gekommen sei, werde sozial geächtet. Darunter leidet oft die ganze Familie, so der Arzt. Ähnliches forderten kürzlich auch die Hälfte aller deutschen Strafrechtsprofessoren in einer Petition (mehr hier). Eine generelle Freigabe sieht der Mediziner allerdings problematisch.

International ist die Debatte weiter fortgeschritten: Eine weltweite Liberalisierungswelle von Cannabis erlaubt das Kraut immer öfter auch als Genussmittel. In zwei US-Bundesstaaten wurde Marihuana mit Jahresbeginn auch zu nicht-medizinischen Zwecken zugelassen, in mehreren weiteren Bundesstaaten ist Marihuana zu medizinische Zwecke schon länger zugelassen.

„Das ist eine Wende im Drogenkrieg“, sagte einer der ersten Käufer von Marihuana dem Guardian. Im November hatten US-Bürger der Legalisierung in einer Abstimmung zugestimmt. Washington soll in einigen Monaten folgen und ebenfalls den Verkauf zu nicht-medizinischen Zwecken erlauben. Danach könnten die Bundesstaaten Alaska, Arizona, Nevada und Maine folgen. Die Legalisierungswelle könnte ähnlich tiefe Auswirkungen haben wie das Ende der Prohibition 1933.

Pro Einwohner in Colorado darf eine Unze Pot (28 Gramm) verkauft werden. Käufer aus anderen Bundesstaaten müssen sich mit 7 Gramm begnügen. Cannabis darf nicht in der Öffentlichkeit konsumiert werden. Der Transport über die Bundesländergrenze hinweg ist auch verboten. Dadurch soll dem Drogentourismus Einhalt geboten werden.

Ab Mitte 2014 ist der Handel mit Marihuana auch in Uruguay legal. Die Regierungen entdecken die Möglichkeit, mit Cannabis Steuern einzunehmen. Für Unternehmen wird das Kraut ebenfalls zunehmend interessant. In Uruguay mischte sich Monsanto auffällig in die Legalisierungsdebatte ein (hier).

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  1. Selbst wenn es stimmen sollte was in diesem Artikel steht ändert das derzeitige Totalverbot gar nichts an der Substanz. Ganz im Gegenteil, es macht diese noch gefährlicher!

    Es gibt auf dem Schwarzmarkt keinen Jugend- und Konsumentenschutz. Anders als beim Alkohol gibt es auch keine prozentuale Angabe über den Wirkstoffgehalt. Das das Totalverbot nicht dazu führt, dass niemand Cannabis konsumiert sieht man doch.
    Die anderen Länder werden zeigen, dass ein regulierter Cannabismarkt nicht dazu führt, dass die Menschen alle krank werden. Das kann man innerhalb der Niederlande schon seit über 30 Jahren erkennen.