Umwelt

Regierung will Schädlinge mit Drohnen bekämpfen

Viele Regionen in Deutschland leiden unter Schmetterlingen, die schädlich für Mensch und Tier sein können. Der Eichen-Prozessionsspinner schadet Pflanzen und Menschen. Nun sollen kleinen Drohnen gegen ihn zum Einsatz kommen

Die gefährliche Raupe des Eichen-Prozessionsspinners breitet sich in Deutschland immer weiter aus. (Foto: Flickr/Andreas März)

Die gefährliche Raupe des Eichen-Prozessionsspinners breitet sich in Deutschland immer weiter aus. (Foto: Flickr/Andreas März)

Vor allem in Berlin, Brandenburg und Sachsen-Anhalt hat der Befall mit dem Eichen-Prozessionsspinner in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Aber auch in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Bayern gibt es Gebiete, die unter dem Schmetterling leiden. Neben den Schäden am Laub befallener Eichen führt gerade die Gefahr für den Menschen zu immer neuen Überlegungen im Kampf gegen die Schädlinge.

Die Eichen-Prozessionsspinner verfügen über Härchen mit dem Nesselgift Thaumetopoein. Dieses kann beim Kontakt mit Menschen zu starken allergischen Reaktionen führen. Je nach Witterung können diese Härchen weite Strecken zurücklegen. Aber auch alte Larvenhäute, die nach der Häutung in den Nestern zurückbleiben, stellen eine Gefahr dar. Offiziell kam es 2013 insgesamt zu 35 Unfällen durch den Kontakt mit Raupen, deren Haaren oder deren Nestern, gibt die Bundesregierung mit Verweis auf die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau an. Es ist jedoch davon auszugehen, dass die Dunkelziffer deutlich höher ist. Schon 2004 wurden allein im Raum Kleve/Niederrhein etwa 740 Vorfälle gemeldet.

Um den Befall durch die Eichen-Prozessionsspinner zu reduzieren, arbeitet die Bundesregierung bereits an neuen Methoden. „Untersuchungen laufen derzeit zur Möglichkeit der Verwendung unbemannter Fluggeräte zur Einzelbaumbehandlung“, heißt es in der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linken. „Daran sind mehrere Bundesoberbehörden beteiligt, die Untersuchungen befinden sich allerdings im Anfangsstadium.“ Außerdem werde derzeit vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz das Forschungsprojekt „Bekämpfung des Eichen-Prozessionsspinners (Thaumetopoea prozessionea L.) mit Nematoden mittels hubschraubergestützter Applikation“ finanziert. Kostenpunkt: 300.000 Euro.

In der Kritik steht im Zusammenhang mit dem Eichen-Prozessionsspinner noch immer auch der Einsatz des Biozids Dipel ES. Im Mai waren in Brandenburg 50 Kinder einer Kita mit dem Pflanzenschutzmittel eingenebelt worden. Der Naturschutz Bund warnt vor nicht geklärten Auswirkungen auf die Gesundheit des damit in Kontakt kommenden Menschen. Die Bundesregierung hingegen verweist darauf, dass aus dem Zulassungsverfahren für Dipel ES hervorgehe, dass „bei bestimmungsgemäßer und sachgerechter Anwendung kein Risiko für Anwender, Arbeiter, Nebenstehende und Anwohner“ bestehe. Gleichzeitig aber gibt die Bundesregierung an, dass es sich bei dem Wirkstoff von Dipel ES (Bacillus thuringiensis subspecies kurstaki Stamm ABTS-351 (Stamm HD-1)) um einen so genannten Neuwirkstoff handele, über dessen Genehmigung auf EU-Ebene noch nicht entschieden worden sei. „Der vorgelegte Datensatz zur gesundheitlichen Bewertung des Wirkstoffs wurde daher noch nicht abschließend bewertet.“

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