Forschung

Studie: Vegetarier bekommen öfter Krebs

Laut einer Studie der Universität Graz leben Vegetarier deutlich ungesünder als Fleischesser. Sie erkranken öfter an chronischen Krankheiten und haben eine geringere Lebensqualität. Selbst Menschen, die viel Fleisch essen, leben gesünder als Vegetarier. Doch auch die Art und Weise, wie Speisen zubereitet werden, hat Auswirkungen auf die Gesundheit.

Vegetarisches Curry-Gericht. Eine Studie behauptet, Vegetarier hätten eine schlechtere Lebensqualität als Fleischesser. (Foto: Flickr/avlxyz/CC BY-SA 2.0)

Vegetarisches Curry-Gericht. Eine Studie behauptet, Vegetarier hätten eine schlechtere Lebensqualität als Fleischesser. (Foto: Flickr/avlxyz/CC BY-SA 2.0)

Der hohe durchschnittliche Fleischkonsum in Deutschland wird jedes Jahr kritisiert. Die Zahl der Vegetarier hat sich innerhalb der vergangenen sieben Jahre verdoppelt. Eine neue Studie der Universität Graz stellt den Trend jedoch mit Blick auf gesundheitliche Entwicklungen in Frage. Vegetarier leben ungesünder, so das Ergebnis der Studie.

Für die Studie nahmen die Wissenschaftler 1.320 Menschen unter die Lupe. Diese wurde anhand ihres Essverhaltens in vier Gruppen unterteilt: Vegetarier, Fleischesser mit viel Obst und Gemüse, Wenig-Fleischesser und Viel-Fleischesser. Einen deutlichen Unterschied beim Body-Mass-Index (BMI), Alter, sozialen Status, Rauchverhalten und der Fitness der Teilnehmer gab es nicht.

„Alles in allem sind Vegetarier in einem schlechteren gesundheitlichen Zustand als die anderen Gruppen mit anderen Ernährungsgewohnheiten“, heißt es in der Studie. „Vegetarier berichten öfter von chronischen Krankheiten als Fleischesser, die weniger Fleisch essen.“ So leiden Vegetarier deutlich öfter unter „Allergien, Krebs und mentalen Krankheiten wie Depression und Angststörungen als die anderen Gruppen“. Immerhin – Menschen, die viel Fleisch essen, berichten häufiger über Inkontinenz. Doch alles in allem „zeigen unsere Ergebnisse, dass Vegetarier nicht so gesund sind und öfter medizinisch behandelt werden“. Und gleichzeitig achteten sie „weniger auf gesundheitliche Vorsorge und verfügen über eine geringere Lebensqualität“, so die Wissenschaftler.

So wiesen Vegetarier öfter Krebserkrankungen auf als Viel-Fleischesser (4,8 % statt 1,8 %) und hatten doppelt so häufig Allergien (30,6 % zu 16,7 %). Beim Thema Herzinfarkt ergab sich ebenfalls ein Nachteil für Vegetarier. Bei 14 von 18 untersuchten Krankheiten waren Vegetarier weit häufiger betroffen als Viel-Fleischesser.

3,7 Prozent der deutschen Bevölkerung sind Vegetarier, gleichzeitig aber würden 13,5 Prozent der Bevölkerung sogar zu mehr Fleisch greifen, wenn es günstiger wäre, zeigte eine Studie der Universitäten Göttingen und Hohenheim zum Fleischkonsum in Deutschland. Immerhin 60 Prozent tendieren dazu, weniger Fleisch zu konsumieren. „Der Fleischkonsum nimmt mit steigendem Bildungsgrad und höherem Einkommen ab“, so Harald Grethe, Professor für Agrarpolitik an der Universität Hohenheim. Aber auch das Geschlecht spielt eine Rolle: Zwei Drittel der Vegetarier in Deutschland sind Frauen.

Auch die Art und Weise, wie Speisen zubereitet werden, kann zu einer Krebserkrankung führen. Einige Studien haben bereits Zusammenhänge aufgedeckt. Vornehmlich wurden sie in China und in Taiwan durchgeführt. Denn in China zum Beispiel erkranken gerade Frauen überdurchschnittlich häufig an Lungenkrebs, und das obwohl gerade hier die Zahl der Raucherinnen äußerst gering ist.

Es kommt also nicht nur darauf an, was die Menschen zu sich nehmen, sondern auch, wie das Essen zubereitet wird. Die Art und Weise, wie die chinesischen Frauen kochen, scheint hier die Hauptursache für das hohe Aufkommen an Lungenkrebs zu sein. Dabei spielen die Kochtemperatur, der Wok, die aufsteigenden Dämpfe und auch die zum Kochen bzw. Braten verwendeten Öle etc. eine wichtige Rolle. Allerdings erhöhen nicht nur die aufsteigenden Dämpfe das Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken.

„Die Zahl der zubereiteten Mahlzeiten pro Tag zeigte einen starken Zusammenhang mit der Erkrankung an Lungenkrebs“, so die Studie. Frauen, die drei Mahlzeiten am Tag kochten, hatten ein fast dreimal höheres Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken, als diejenigen, die nur zweimal und weniger kochten. Außerdem waren Frauen, die keine Dunstabzugshaube nutzten und die warteten, bis die Speiseöle richtig heiß waren, bevor sie zu kochen begannen, einem durchweg höherem Risiko ausgesetzt.

Wissenschaftler des National Cancer Institutes konnten in ihrer Studie zeigen, dass auch das verwendete Öl eine Rolle spielt. Dafür verglichen sie die Auswirkungen des Kochens mit lokal hergestelltem Raps- und Leinöl. Frauen, die beim Kochen den Dämpfen von Rapsöl ausgesetzt waren, wiesen ein deutlich höheres Risiko auf. Aber es gab auch Hinweise darauf, dass das auch das lokal hergestellte Leinöl gefährliche Auswirkungen haben kann.

60 Prozent der chinesischen Männer rauchen – aber nur etwa vier Prozent der chinesischen Frauen. Und dennoch ist unter den chinesischen Frauen die Lungenkrebsrate eine der höchsten weltweit. Entsprechend ist Rauchen unter den chinesischen Frauen auch nur in 20 Prozent der Fälle Auslöser für eine Erkrankung an Lungenkrebs. Wenn chinesische Frauen aber rauchen und auch noch häufig mit hohen Temperaturen kochen, ist das Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken, noch einmal um ein Vielfaches höher. „Unter rauchenden Frauen, die in der Vergangenheit täglich heiß kochten, gab es einen bedeutenden Anstieg des Lungenkrebsrisikos“, so eine Studie vom November 2000. Das Risiko war dreimal so hoch, vor allem, wenn häufig auch Fleisch gebraten wurde.

Kommentare

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  1. Spielt hier vielleicht Soja/Tofu eine große Rolle? Abgesehen vom Fleisch ist das doch der wirkliche Unterschied, da Vegetarier davon meist Unmengen konsumieren und Fleischesser bei bewusstem Verzicht von Sojalecithin und Glutamat unter Umständen nie bzw. zumindest selten verzehren.

  2. Hmmm … ich habe so meine Zweifel zur Interpretation dieser Studie. Diese Studie differenziert nicht in Hinblick auf die Krankengeschichte. Oftmals wenden sich bereits erkrankte Menschen einer vegetarischen/veganen Diät zu, in der Hoffnung, dadurch eine Besserung zu erfahren. – Viele Vegetarier/Veganer scheinen mir Schulmedizin-Skeptiker zu sein, was die geringere Bereitschaft zu Vorsorgeuntersuchungen erklären könnte. Gleichwohl kreisen insbesondere bei Veganer die Gedanken latent um die Frage, wie man sich rein pflanzlich gesund ernähren müsste. Schließlich drohen für solche Menschen potentielle Gefahren in nahezu jedem Nahrungsmittel. Das so etwas nicht zu einem „gesunden“ Selbstbild führt, dürfte klart sein.

  3. Eindeutig zu lesen wer hinter einer solchen „Studie“ steckt.
    Lasst Euch ruhig weiter anlügen!
    Ich lebe schon lange vegetarisch und seit 4 Jahren vegan, habe keinerlei Mängel und bin kerngesund.
    Das sind Fakten und ich kenne mittlerweile sehr viele Menschen die durch die Umstellung wieder gesund wurden. Das sind Fakten!
    Da brauch ich keine Studie die von irgendeinem todbringendem Konzern finanziert worden ist!

    • Na klar, alles was gegen die eigene Überzeugung ist, ist von todbringenden Konzernen finanziert. Ist ja logisch. Weil meine Erfahrungen sind ja Fakten.
      Die Wörter „Erfahrungen“ und „Fakten“ in einen Kausalzusammenhang zu bringen, ist ein grober Denkfehler, der gehörig zu denken geben sollte!
      Nicht umsonst ist die Menschheit in Mühevoller Kleinarbeit innerhalb von hunderten von Jahren zu dem Schluss gekommen, dass „Erfahrungen“ alleine eben keine Grundlage für Entscheidungen sein sollten, sondern Untersuchungen, die systematisch und mit großer Anzahl an untersuchten Objekten durchgeführt wird. Das nennt sich dann Studie.
      Aber wahrscheinlich bin ich in deinen Augen auch eine konzernfinanzierte Marionette (völliger Unsinn). Sonst könnte das Selbstbild ja ins Wanken kommen.