Forschung

Zucker wirkt auf den Körper wie Heroin

Zucker macht nicht nur dick, sondern auch süchtig und beeinflusst das Gehirn. Ähnlich wie bei Kokain und Heroin zeigen sich Sucht- und Entzugserscheinungen nach dem Konsum von Zucker. Eine Studie gibt Anlass zu Besorgnis.

Zucker ist weltweit beliebt. Doch er sollte mit äußerster Vorsicht und Zurückhaltung genossen werden. (Foto: Flickr/rajasgh)

Zucker ist weltweit beliebt. Doch er sollte mit äußerster Vorsicht und Zurückhaltung genossen werden. (Foto: Flickr/rajasgh)

Etwa 400 Millionen Menschen leiden weltweit an Diabetes Typ 2 und Übergewicht. Zucker spielt dabei eine wichtige Rolle. Zucker ist gefährlich – Zucker ist eine Droge. Zucker macht süchtig, kann zu Heißhunger, chronischen Erkrankungen und schlussendlich auch zum Tode führen.

Im Nucleus accumbens, dem Lustzentrum des Gehirns, löst „Zucker die Ausschüttung von Dopamin und Opioiden aus“, so Bart Hoebel von der Princeton University in New Jersey. Das Dopamin wird als Triebkraft hinter Drogensucht gesehen. Und die Opioide sind Substanzen, die eine betäubende Wirkung im Körper hervorrufen, indem sie sich an die Opioidrezeptoren binden. „Das Gehirn wird süchtig nach seinen eigenen Opioiden, wie es das auch bei Heroin und Morphin tun würde“, ergänzt Hoebel. Insgesamt erzielten Drogen eine größere Wirkung, aber im Wesentlichen sei der Prozess der gleiche, so Hoebel.

Hoebel führt dies unter anderem auf eine durchgeführte Studie mit Ratten zurück. Im Vergleich zu Ratten, die normale Nahrung erhielten, zeigten sich bei den mit Zucker gefütterten Ratten Entzugserscheinungen wie Angst, Zähneklappern und oft hohes Fiepen. Als die Ratten dann wieder einen Zugang zu Zucker erhielten, nahmen sie innerhalb der ersten Stunde 30 Prozent mehr Zucker zu sich als vor dem Entzug. In den Gehirnen konnte zudem ein schnelleres Wachstum der Dopamin-Rezeptoren festgestellt werden. Andere unabhängige Studien haben zu ähnlichen Erkenntnissen geführt.

Ähnliche Beobachtungen machten auch Wissenschaftler des Connecticut Colleges. Diese untersuchten die Wirkung der beliebten Oreo-Kekse. Wie bei Zucker und illegalen Drogen wurde beim Verzehr der Kekse ein Neuronenausstoß im Nucleus accumbens ausgelöst. Die stark zuckerhaltigen Oreo-Kekse sollen sogar einen deutlich höheren Neuronenausstoß verursacht haben als Kokain oder Morphium.

Circa 17 Teelöffel an zugesetztem Zucker nehmen wir durchschnittlich jeden Tag zu uns. Die USA sind mit Abstand das Land mit dem größten Zuckerkonsum. Hier sind es 40 Teelöffel pro Tag. Brasilien, Argentinien und Australien belegen die Plätze dahinter.

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