Gesundheitssystem

Gesundheitspolitik in Europa nicht zukunftsfähig

Die Gesundheitssysteme in der EU machen bis zu 15 Prozent aller Staatsausgaben aus. Dennoch haben sie schwere Mängel.

Die aktuelle Gesundheitspolitik in den Staaten Europas könne in den kommenden Jahren nicht mehr mit wachsenden Anforderungen und begrenzten Ressourcen Schritt halten, warnten Politiker Ende März bei einer Veranstaltung des Europäischen Zentrums für Internationale Ökonomie (ECIPE) in Brüssel.

Die Politiker seien heute besorgt im Hinblick auf eine alternde Bevölkerung, sagte Christoph Schwierz, Forscher beim Wirtschaft- und Finanzdirektorium der EU-Kommission. Zwar könnten die Europäer davon ausgehen, länger zu leben, zitiert ihn die Website EurActiv.com, doch sie erlebten möglicherweise auch viele Jahre der Erkrankung.

Im Jahr 2016 werde einer von zehn Europäern eine langandauernde Krankheit haben, was die Größe des Problems verdeutliche.

Der Anteil des Gesundheitssystems an den Staatsausgaben ist heute sehr hoch, sagte Sylvain Giraud, Chef des Gesundheits- und Verbraucherdirektoriums der Kommission. In einigen EU-Staaten liegt er bei 15 Prozent.

Um tragfähige Gesundheitssysteme zu haben, sollte die Finanzierung so stabil wie möglich sein, so Giraud. Wichtig sei, dass alle Bürger Zugang zu medizinischer Versorgung hätten, nicht nur jene, die es sich leisten könnten. Auch zwischen den Staaten der EU müsse Solidarität herrschen. Denn mit Kooperation könnten die Staaten gemeinsame Herausforderungen meistern.

Zu einem guten Gesundheitssystem gehören laut Giraud drei Elemente: Zugang, Effizienz und Nachhaltigkeit. In 20 Jahren sollte die EU ein System mit einer stärkeren Verbindung von Prävention und Versorgung haben. Das System sollte einen gesunden Lebensstil verbreiten, sich mehr auf den Patienten konzentrieren und mehr auf die individuellen Bedürfnisse eingehen.

Die wirtschaftliche Krise in der Eurozone habe gezeigt, dass das Gesundheitssystem zunehmend in den Händen von Ökonomen liege, sagte der Wissenschaftler Meir Pugatch von der Maastrichter Universität. Die Gesundheitspolitik der westlichen Staaten habe sich drastisch verändert, vor allem auch in Griechenland, wo die Unternehmen mehr Einfluss hätten.

Kommentare

Schreibe den ersten Kommentar für diesen Artikel.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *