Forschung

Ausreichend Salz beugt Herzerkrankungen vor

Bisher wurde von einem zu hohen Salzkonsum abgeraten. Bluthochdruck, verstopfte Gefäße oder zu viel Wassereinlagerungen wurden bisher mit Salz in Verbindung gebracht. Neue Studien zeigen jedoch, dass ein zu geringer Salzkonsum gefährlich ist.

Salz darf bei keiner echten Brezel fehlen. Aber auch bei anderen Speisen sollte man nicht mit Salz geizen. (Foto: Flickr/mararie)

Salz darf bei keiner echten Brezel fehlen. Aber auch bei anderen Speisen sollte man nicht mit Salz geizen. (Foto: Flickr/mararie)

Der Ruf von ausgiebigem Salzgebrauch ist schlecht. Zum Würzen ist es gern gesehen, aber zu viel darf es nicht sein. Ähnlich wie die American Heart Association warnt auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) vor einem zu hohen Konsum.

„Die verminderte Einnahme von Natrium reduziert erheblich den systolischen und diastolischen Blutdruck bei Erwachsenen und Kindern“, so die WHO. Auch das Risiko, an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu sterben, erhöhe sich durch die Einnahme von zu viel Salz. Deshalb empfiehlt die WHO eine Reduktion auf 2 Gramm Natrium bzw. 5 Gramm Speisesalz am Tag.

Wissenschaftler der Universität Leuven in Belgien sind bei ihren Untersuchungen jedoch zu ganz anderen Ergebnissen gekommen. Demzufolge gibt es keinen Zusammenhang zwischen einem hohen Salzkonsum und einem erhöhten Blutdruck oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Für ihre Untersuchungen maßen die Wissenschaftler regelmäßig den Natriumgehalt im Urin von 3.861 Menschen, die bis dato noch keine Herz-Kreislauf-Komplikationen aufgewiesen hatten.

Bei dem niedrigsten Natriumgehalt im Urin war das Risiko, an einer Herzerkrankung zu sterben „signifikant höher“ (4 %), zitiert greenmedinfo.com aus der Studie. Im Vergleich dazu lag das Risiko in der Gruppe mit dem höchsten Natriumgehalt bei einem Risiko von unter einem Prozent. Damit widerlegt die Studie die Ergebnisse einer Harvard-Studie, auf die sich unter anderem die American Heart Association beruft.

Ähnliche Ergebnisse lassen sich auch bezüglich Schwangerschaft und Geburt festhalten. Empfahl man schwangeren Frauen früher, den Salzkonsum drastisch zu reduzieren, wenn Wassereinlagerungen im Körper auftreten, ist es heute umgekehrt. Den Schwangeren wird empfohlen, viel zu trinken und auf gar keinen Fall den Salzkonsum zu reduzieren.

Babys, die mit einem geringen Geburtsgewicht auf die Welt kommen, haben meist auch einen geringen Natriumanteil, weil ihre Mütter auf salzarme Ernährung gesetzt hatten. Und Kleinkinder mit niedrigem Kaliumlevel könnten später im Alter zwischen 10 und 13 Jahren verringerte Funktionen des Gehirns aufweisen.

Eine Untersuchung aus dem Jahr 2010 zeigte zudem, dass eine salzarme Diät zu einer Insulinresistenz führen kann. Menschen im fortgeschrittenen Alter, die auf wenig Salz in ihrer Ernährung setzen, weisen öfter gebrochene Hüften und eine Abnahme der mentalen Fähigkeiten auf.

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