Können künstliche Lebensmittel den Hunger bekämpfen?

Bei den Lebensmitteln droht eine massive Spaltung der Welt: Wegen zahlreicher Naturkatastrophen und Finanzspekulationen werden die Preise in den kommenden Jahren explodieren. Eine denkbare Variante: Eine gesunde und abwechslungsreiche Ernährung können sich in Zukunft nur noch die wenigsten leisten.

Bis zum Ende dieses Jahrzehnts werden sich die Preise für Lebensmittel in den USA verdoppeln. Die weltweite Nachfrage nach Nahrungsmitteln wird stetig steigen, zudem sorgen Dürren und Spekulationen für einen weiteren Preisanstieg. Für die hohen Preise in den USA ist vor allem die Dürre in Kalifornien verantwortlich. Möglicherweise könnte diese ein Jahrhundert lang anhalten, so der Wissenschaftler Lynn I

Das Ernährungsproblem wird die Menschheit spalten: Wegen der hohen Lebensmittelpreise werden natürliche Lebensmittel zu einem Luxusartikel. (Foto: Flickr/Martin)

Das Ernährungsproblem wird die Menschheit spalten: Wegen der hohen Lebensmittelpreise werden natürliche Lebensmittel zu einem Luxusartikel. (Foto: Flickr/Martin)

gram zu CBS News. Sollte das tatsächlich der Fall sein, würden die Preise jedes Jahr enorm anziehen.

In Europa ist die Lage nicht entspannter: Die Finanzkrise hat dramatische Folgen für die gesamte Bevölkerung. Die Lebenssituation hat sich in allen untersuchten Ländern verschlechtert, 120 Millionen Menschen in Europa sind armutsgefährdet und müssen mit Nahrungsmitteln unterstützt werden. Auch in Deutschland wächst die Zahl der Notleidenden.

Denn auch hierzulande verteuern sich die Lebensmittel, im vergangenen Jahr um rund 4,4 Prozent – so stark wie seit fünf Jahren nicht. Für Kartoffeln zahlten die Deutschen 29 Prozent mehr als im Vorjahr.

Deshalb haben die großen Finanzinvestoren ein lohnendes neues Betätigungsfeld gefunden: Sie investieren in Technologien, die die natürliche Ernährung überflüssig machen sollen. Damit könnten, so die Hoffnung, alle Ernährungsprobleme der Menschheit im Zeitalter der knappen Ressourcen gelöst werden.

In London wurde der erste im Labor gezüchtete Burger vorgestellt. Das Fleisch wurde aus den Stammzellen eines Rinds erzeugt – die Entwicklung kostete 250.000 Euro. Es würde fast so schmecken wie Fleisch, aber nicht so saftig, sagte ein Lebensmittelexperte nach dem Verzehr.

In die Entwicklung von Nahrung aus dem 3-D-Drucker wird ebenfalls massiv investiert. Foodini, der erste Essens-Drucker für zuhause, der Burger, Pizza und Pasta herstellt, soll für unter 1.000 Dollar zu haben sein, so die Hersteller.

Weltweit muss die Nahrungsmittelproduktion bis Mitte des Jahrhunderts um 60 Prozent gesteigert werden, da die Weltbevölkerung bald die 9-Milliarden-Marke übersteigen wird. Anderenfalls würde es zu einer Verknappung der Lebensmittel kommen. Die Folgen wären soziale Unruhen und weltweite Bürgerkriege, warnt die UN.

Der massive Einsatz von Pestiziden hat die Ackerflächen weltweit schwer geschädigt. Jedes Jahr geht ein Prozent der weltweiten Anbauflächen durch Erosion verloren. Somit drohen Hungersnöte – für die Schwellenländer, aber auch für den reichen Westen. In China sind bereits mehr als 3,3 Millionen Hektar Ackerland verseucht. In der Sperrzone dürfen keine Lebensmittel mehr angebaut werden. Die chinesische Regierung will Milliarden Yuan investieren, um Ackerland zu retten. Rund 70 Prozent des chinesischen Bodens sind bereits belastet.

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