Saatgut

Monsanto will Saatgut über die Türkei in Europa verbreiten

Monsanto hat offenbar einen Weg gefunden, den europäischen Markt vom Osten her aufzurollen. Der US-Konzern möchte seine Produktionsstätte in der Stadt Bursa ausbauen, um den europäischen Markt mit genmanipuliertem Saatgut zu versorgen.

Wird genmanipuliertes Saatgut bald über die Türkei auf den europäischen Markt gelangen? (Foto: Flickr/labormikro)

Wird genmanipuliertes Saatgut bald über die Türkei auf den europäischen Markt gelangen? (Foto: Flickr/labormikro)

Im Verlauf des aktuellen Jahres will der US-Agrochemiekonzern Monsanto seine Produktionsanlage in der türkischen Stadt Bursa ausbauen. Das Investitionsvolumen beläuft sich auf 30 Millionen US-Dollar. Der Monsanto-Vertreter Elie Assaf sagt, dass die Investition das Verhältnis zu den türkischen Bauern „ernsthaft“ erweitern werde. Aufgrund der Kapazitätserweiterung um 3000 Hektar soll die Saatgutproduktion von 250.000 Tüten auf 1,2 Millionen Tüten gesteigert werden.

Monsanto-Türkei zitiert Assaf im Internet folgendermaßen:

„Wir werden 60 Prozent unserer Produkte an unsere Bauern-Freunde in der Türkei verkaufen. 40 Prozent der Erzeugnisse werden nach Italien, Spanien, Portugal, Griechenland und in den Irak exportiert werden.“

Monsanto verfügt im Land über insgesamt vier Anlagen in Bergama, Çanakkale, Antakya und Bursa. Die Produktionsfläche in Bursa beläuft sich auf 54.000 Hektar. Der US-Konzern betreibt 150 Saatgut-Shops und hat Kooperationsverträge mit insgesamt 1.500 Bauern.

Doch es gibt auch in der Türkei Gegner von Monsanto. Der Verein zur Förderung der Ökologischen Lebensweise (Buğday Derneği) fordert die Regierung auf, Monsantos Aktivitäten auf dem türkischen Markt zu stoppen. Der Verein hat eine Online-Petition ins Leben gerufen. Zahlreiche Bauernverbände unterstützen das Vorhaben.

Monsantos genmanipuliertes Saatgut sei „pures Gift“. Das Unternehmen wolle seine Produkte unter der Marke „Biodirect“ betreiben. Ein Antrag liege dem türkischen Patentamt vor. Das sei eine bewusste Täuschung der Öffentlichkeit, schreibt der Verein in der Petition. Denn mit biologischen Erzeugnissen habe Monsanto nichts zu tun.

Doch die türkische Regierung hat sich bisher mit einer Monsanto-Kritik zurückgehalten. Offenbar besteht schon längst eine Einigung zwischen Ankara und Monsanto.

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