Ärztemangel

Kassenärztliche Vereinigungen sollen Ärzte regional verteilen

Die ländlichen Regionen sind mit Ärzten unterversorgt. Einer Studie zufolge, gibt es in den Städten jedoch zu viele Mediziner. Die Lösung scheint simpel. Die Kassenärztlichen Vereinigungen sollen Arztpraxen in Ballungsgebieten aufkaufen und Ärzte auf ländliche Regionen umleiten.

Die Ersatzkassen sehen in der gestern veröffentlichten Arztzahlstatistik 2013 keine Anhaltspunkte für einen Ärztemangel in Deutschland. „Die Zuwachsraten von 2,5 Prozent bei den berufstätigen Ärzten im letzten Jahr und von 1,9 Prozent im Jahr 2012 sprechen nicht für einen Ärztemangel, vielmehr zeigen sie die hohe Attraktivität des Medizinerberufs“, erklärt Ulrike Elsner, Vorstandsvorsitzende des Verbandes der Ersatzkassen e. V. (vdek). Seit Jahren steigen die Arztzahlen signifikant an. 2013 standen allein mehr als 138.000 niedergelassene Haus- und Fachärzte deutschlandweit für die Versorgung der Patienten zur Verfügung – so viele Ärzte wie nie zuvor.

Diese Bewertung wird auch durch die aktuellen Bedarfsplanungszahlen für den vertragsärztlichen Bereich bestätigt, die der vdek zusammengeführt hat. Danach sind bundesweit zurzeit über 80 Prozent der Planungsbereiche mit Ärzten überversorgt, 18 Prozent sind regelversorgt und lediglich bei knapp zwei Prozent droht oder besteht eine Unterversorgung.

Problematisch ist die ungleiche Verteilung der Ärzte in den Regionen. So sind einerseits in den überversorgten Regionen 32.000 Ärzte oberhalb des Versorgungsgrades von 100 Prozent tätig und andererseits sind in einzelnen Regionen 1.300 Arztsitze zu besetzen, um einen hundertprozentigen Versorgungsgrad zu erreichen.

Die Ersatzkassen fordern die Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) daher auf, hier anzusetzen und Ärzte gezielt in schlechter versorgte Planungsbereiche umzulenken. „Es wird Zeit, dass die Kassenärztlichen Vereinigungen endlich anfangen, Arztpraxen in überversorgten Gebieten aufzukaufen und nicht mehr mit neuen Ärzten zu besetzen. Nur so kann es gelingen, dass Ärzte aus überversorgten Planungsbereichen in weniger versorgte umgelenkt werden und so eine bessere Gleichverteilung der Versorgungsstrukturen erreicht wird. Die dazu notwendigen Instrumente hat der Gesetzgeber den Kassenärztlichen Vereinigungen bereits an die Hand gegeben“, betont Elsner.

Auch den Argumenten, dass der erhöhte Frauenanteil und das leicht angestiegene Durchschnittsalter in der Ärzteschaft einen Arztmangel verursachen, widersprechen die Ersatzkassen. „Dass in den letzten Jahren auch der Frauenanteil, verbunden mit einer erhöhten Teilzeitquote, zugenommen hat und das Durchschnittsalter von Ärzten leicht angestiegen ist, sind Phänomene, die auch in anderen Berufen zu sehen sind. Daraus aber einen grassierenden Ärztemangel abzuleiten, ist falsch“, betont Elsner.

 

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