Forschung

Menschliche Haut aus Stammzellen könnte Tierversuche ergänzen

Wissenschaftlern ist es gelungen, menschliche Haut aus Stammzellen zu züchten. Das könnte in Zukunft eine Alternative zu Tierversuchen liefern. Bei der Erprobung von Medikamenten und Kosmetika an menschlicher Haut könnte auf Tiere verzichtet werden.

Für Medikamente und Hautkosmetika könnte die Forschung bald auf Tierversuche verzichten. (Foto: Flickr/Patrik Tschudin)

Für Medikamente und Hautkosmetika könnte die Forschung bald auf Tierversuche verzichten. (Foto: Flickr/Patrik Tschudin)

Menschliche Haut, die im Labor hergestellt worden ist, könnte bald Tiere bei Tests für Medikamente und Kosmetika ersetzen. Wissenschaftler des King’s College London haben eine Schicht menschlicher Haut aus Stammzellen entstehen lassen.

Diese Zellen wurden bereits in der Vergangenheit zu menschlicher Haut umgewandelt. Laut dem Team um den Wissenschaftler Dusko Ilic ist das aktuelle Resultat wirklicher Haut noch ähnlicher, da es über eine durchlässige Barriere verfügt.

Die äußerste Schicht der Haut, die Epidermis, bietet eine schützende Barriere, die verhindert, dass Feuchtigkeit austritt und Mikroben eindringen.

Aus Biopsieproben wurden bereits seit Jahren Epidermen hergestellt, die aktuelle Studie geht jedoch einen Schritt weiter. Die Wissenschaftler setzten umprogrammierte Hautzellen ein, die es ermöglichen, eine uneingeschränkte Menge der in der Epidermis hauptsächlich vorkommenden Zellen herzustellen.

Die Hautzellen wurden in einer Umgebung mit geringer Luftfeuchtigkeit hergestellt, damit erhielten sie eine Barriere, die jener von wirklicher Haut ähnlich ist. Ilic zufolge ist das neue Verfahren kostengünstig, leicht in einem größeren Ausmaß einsetzbar und wiederholbar.

Das Verfahren könne nicht nur für Tests bei Medikamenten und Kosmetika, sondern auch bei der Erforschung von Hautkrankheiten eingesetzt werden. Dazu gehören Ichthyosen mit trockener, schuppiger Haut oder Ekzeme.

Die Forscher können dieses Modell einsetzen, um zu untersuchen, wie sich die Hautbarriere normalerweise entwickelt, wie diese Barriere bei verschiedenen Krankheiten beeinträchtigt wird und wie die Wiederherstellung unterstützt werden kann. Die bisherigen Forschungsergebnisse wurden im Fachmagazin Stem Cell Reports veröffentlicht.

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