IT-Branche

Verband: Politik muss Wachstumsmarkt Gesundheits-IT fördern

Der vom Bundesverband Gesundheits-IT – bvitg e. V. veröffentlichte „Branchenbericht IT-Lösungen im Gesundheitswesen“ ermittelt für Deutschland ein jährliches Wachstum von 3,2 Prozent. Insbesondere der ausländische Markt verspricht Wachstumschancen. Der deutsche Markt könnte für die Unternehmen an Attraktivität verlieren, wenn sich die Rahmenbedingungen nicht verbessern.

Die digitale Sprachverarbeitung und das Cloud-Computing bieten die größten Wachstumspotenziale in der Gesundheits-IT. (Foto: bvitg)

Die digitale Sprachverarbeitung und das Cloud-Computing bieten die größten Wachstumspotenziale in der Gesundheits-IT. (Foto: bvitg)

In dem „Branchenbericht IT-Lösungen im Gesundheitswesen“ macht der Bundesverband für Gesundheits-IT (bvitg) auf die Wachstumschancen im Markt für Gesundheits-IT aufmerksam. Den Gesamtumsatz der Gesundheit-IT-Branche beziffert der Branchenbericht für das Jahr 2012 auf 1,6 Milliarden Euro. Das Wachstum liegt mit 3,2 Prozent über dem Wachstum der Informationstechnologie gesamt (1,54 Prozent), jedoch unter dem von Software allgemein (5,3 Prozent).

In den Bereichen Cloud/Rechenzentrum sowie bei der Sprachverarbeitung und den Datenmanagementsystemen zeigt sich ein starkes Wachstum für Gesundheits-IT, während andere Segmente eher moderat mit 2 bis 3 Prozent pro Jahr wachsen. Bei den Labordatensystemen schrumpft der Markt, was mit den starken Konsolidierungstendenzen in diesem Marktsegment erklärt wird. Während das Wachstumspotenzial in Deutschland eher moderat ist, erscheinen über alle Segmente hinweg insbesondere die Wachstumserwartungen im Ausland attraktiv. Knapp zwei Drittel der befragten Unternehmen sind bereits international tätig.

Die Branche beschäftigt in Deutschland 12.000 Mitarbeiter, davon die Hälfte mit Hochschulabschluss. 9 Prozent der Beschäftigten in der Gesundheits-IT sind medizinische Informatiker, wobei der Anteil der offenen Stellen mit einem Schwerpunkt in der Medizinischen Informatik in den bvitg-Mitgliedsunternehmen mit 62 Prozent besonders hoch ist. Das liegt daran, dass viele bvitg-Mitgliedsunternehmen im Kliniksektor tätig sind, wo die Nähe zu den Leistungserbringern ein hohes medizinisches Prozess-Know-how erfordert.

Das Vorurteil, wonach die Gesundheits-IT-Branche eine Männerdomäne sei, bestätigt der Branchenbericht nicht. Immerhin ein Drittel der Beschäftigten sind Frauen. Das ist fast doppelt so viel wie im Durchschnitt des gesamten IT-Sektors.

Um zukunftsfähig zu bleiben, werden der ambulante und der stationäre Bereich stärker vernetzt werden müssen, heißt es in einer Mitteilung des bvitg. IT-Lösungen käme in diesem Zusammenhang eine maßgebliche Bedeutung zu – jedoch müssten zunächst die strukturellen Grundlagen sowie die Notwendigkeit der Digitalisierung ins Bewusstsein der Politik gerückt werden.

„Die vollen Potenziale der Gesundheits-IT werden wir in Deutschland erst dann ausschöpfen können, wenn die Rahmenbedingungen einen flächendeckenden Einsatz von IT-Lösungen erlauben“, so Matthias Meierhofer vom bvitg. „Ohne Investitionen in sinnvolle und zielorientierte Versorgungsstrukturen wird uns dies nicht gelingen. Wenn von Seiten der Politik nicht aktiv gegengesteuert wird, wird Deutschland als Standort für die Unternehmen perspektivisch an Attraktivität verlieren.“

Die Grundlage für den Branchenbericht IT-Lösungen für das Gesundheitswesen bildet eine Befragung der Forschungsgruppe Informatik im Gesundheitswesen der Hochschule Osnabrück, die im Auftrag des bvitg e. V. durchgeführt wurde. In zwei Phasen wurden dabei Kenngrößen des Marktes aus wissenschaftlicher und neutraler Perspektive zusammengetragen.

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