Spionage

CIA will Impf-Programme nicht mehr als Tarnung nutzen

Die CIA will künftig keine Impfprogramme mehr als Tarnung zur Spionage nutzen. Diesen Trick hatte der US-Geheimdienst eingesetzt, um Osama Bin Laden zu finden. Führende Gesundheitsexperten in den USA kritisierten dies. Denn heute lehnen viele Pakistaner Impfungen für sich und ihre Kinder ab.

Im Jahr 2011 feierten US-Bürger den Tod von Osama bin Laden. Die CIA hatte ihn mit einer vorgetäuschten Impfaktion aufgespürt. (Foto: Flickr/Josh Pesavento)

Im Jahr 2011 feierten US-Bürger den Tod von Osama bin Laden. Die CIA hatte ihn mit einer vorgetäuschten Impfaktion aufgespürt. (Foto: Flickr/Josh Pesavento)

Die CIA will künftig keine Impfprogramme mehr als Tarnung zur Spionage nutzen. Diesen Trick hatte der US-Geheimdienst eingesetzt, um Osama bin Laden zu finden. Im Jahr 2011 wurde der Terroristenführer von einem US-Kommando erschossen.

Lisa Monaco, die höchste Terrorismusberaterin von US-Präsident Barack Obama, schrieb an die Dekane von 13 führenden medizinischen Fakultäten, dass die CIA zugesichert habe, Impfprogramme künftig nicht mehr zu Spionagezwecken zu nutzen. Dies berichtet das Wall Street Journal. Auch die in solchen Programmen gesammelten genetischen Materialien wolle der Geheimdienst nicht verwenden.

Der Arzt Shakil Afridi hatte in der pakistanischen Stadt Abbottabad ein Programm zur Hepatitis-Impfung bereitgestellt. Dieses Programm diente der CIA als Tarnung, um DNA-Proben von Kindern zu ermitteln, die auf der Anlage lebten, wo bin Laden später vom US-Militär erschossen wurde.

Ein pakistanisches Gericht verurteilte Afridi zu 33 Jahren Haft wegen Landesverrats. Später wurde das Urteil jedoch aufgehoben. Der Fall wird neu aufgerollt.

Die Dekane der 13 medizinischen Fakultäten hatten Anfang vergangenen Jahres die Nutzung des Impfprogramms durch die CIA öffentlich kritisiert. CIA-Chef John Brennan nehme diese Sorgen ernst, teilte ein Sprecher der Behörde mit. Doch weder das Weiße Haus noch die CIA räumten ein, dass das Impfprogramm in Pakistan ein Fehler war.

Auf die Frage, warum das Weiße Haus erst 16 Monate später auf den Brief der 13 Dekane reagiert, sagte ein Geheimdienstmitarbeiter, die Regierung kommentiere sehr selten ihre Aufklärungsarbeit.

Die Dekane hatten gewarnt, dass das CIA-Impfprogramm eine Rolle bei der Ermordung mehrerer Angestellter in Pakistan gespielt habe. Der Kampf gegen die Kinderlähmung werde gefährdet. „Gesundheitsprogramme sollten nicht als Tarnung für verdeckte Operationen genutzt werden.“

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