Abrechnung

Hausärzte schöpfen Beratungsbudget nicht aus

Ärzte rechnen Beratungsgespräche mit Patienten seltener ab, als es ihr Budget hergeben würde. Dadurch entgeht ihnen Geld.

„Die Ärzte verzichten auf Geld, wenn sie das Gespräch nicht abrechnen“, sagt Berater Feldmann. (Foto: Flickr/hang_in_there)

„Die Ärzte verzichten auf Geld, wenn sie das Gespräch nicht abrechnen“, sagt Berater Feldmann. (Foto: Flickr/hang_in_there)

Die Abrechnungsbescheide für das vierte Quartal 2013 liegen in den meisten Praxen vor. Bei den Hausärzten zeigt sich, dass in vielen Kassenärztlichen Vereinigungen (KV) das Budget für das „problemorientierte hausärztliche Gespräch“ nicht ausgeschöpft wurde.

„In einigen KVen ist nicht einmal in 40 Prozent der Fälle ein hausärztliches Gespräch abgerechnet worden“, sagte Thomas Feldmann vom Beratungsunternehmen HCC Better Care im Gespräch mit der Ärzte Zeitung.

In der KV Nordrhein seien es rund 33 Prozent der Fälle, in denen das Gespräch angesetzt wurde, in Rheinland-Pfalz 36 Prozent und im Saarland 43 Prozent. Der Wert in Baden-Württemberg fällt heraus, weil die Kassenärztliche Vereinigung das Gespräch bei jedem Fall automatisch angesetzt hatte.

Aus Angst vor einer zu häufigen Abrechnung wurde im Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) festgelegt, dass das hausärztliche Gespräch auf 45 Punkte je Fall budgetiert wird. Das heißt, dass Ärzte im Durchschnitt bei jedem zweiten Fall ein Gespräch ansetzen können. Empfohlen wurde aber, das Gespräch wenn nötig auch häufiger abzurechnen, um den Leistungsbedarf zu dokumentieren.

Doch im vierten Quartal haben die meisten Ärzte nicht einmal das Budget ausgeschöpft: „Die Ärzte verzichten auf Geld, wenn sie das Gespräch nicht abrechnen“, betonte Feldmann. In Bayern liege der durchschnittliche Fallwert für die Gesprächsziffer etwa bei 3,50 Euro statt bei möglichen 4,50 Euro.

Aus einer Stichprobe unter Ärzten haben die Unternehmensberater errechnet, dass sich der gesamte Fallwert für das vierte Quartal 2013 im Vergleich zum dritten Quartal in Nordrhein und Niedersachsen kaum bewegt hat, wenn man die Influenzaimpfungen herausgerechnet. „In der breiten Masse gibt es eher Verlierer“, sagte Berater Heinz Welling.

HCC Better Care empfiehlt den Ärzten, darauf zu achten, dass die nötigen Patientenkontakte in den Vorquartalen auch tatsächlich stattgefunden haben. Die Kassenärztlichen Vereinigungen würden das möglicherweise nicht so genau prüfen, die Kassen dagegen sehr.

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