Autofahren

Scheibenwischerflüssigkeit verursacht Legionärskrankheit

Die Flüssigkeit zum Versprühen auf die Autoscheibe ist eine gefährliche Brutstätte für die Bakterien der Legionärskrankheit. Eine Studie kann erklären, warum die Krankheit bei Autofahrern häufiger auftritt.

Wenn Autofahrer zur besseren Sicht Scheibenwischerflüssigkeit versprühen, dann gefährden sie möglicherweise sich selbst und ihre Mitfahrer. Denn die Flüssigkeit könnte eine Brutstätte für Bakterien sein, welche die tödliche Legionärskrankheit auslösen.

Eine neue Studie erklärt den schon länger bekannten Zusammenhang zwischen Autofahren und der Legionärskrankheit. (Foto: Flickr/Ben Husmann)

Eine neue Studie erklärt den schon länger bekannten Zusammenhang zwischen Autofahren und der Legionärskrankheit. (Foto: Flickr/Ben Husmann)

Vorherige Studien haben bereits das Autofahren mit der Erkrankung in Verbindung gebracht. Doch die Forscher wussten bisher nicht, wie dieser Zusammenhang zu erklären ist. Nun brachte die Untersuchung einer Flüssigkeit, die im US-Bundesstaat Arizona in Schulbussen eingesetzt wird, die Antwort.

Drei Viertel der getesteten Busse seien positiv auf die Bakterien getestet worden, zitiert der Nachrichtendienst Bloomberg aus der Studie. Wenn die kontaminierte Flüssigkeit versprüht wurde, konnten die Forscher Konzentrationen von Bakterien messen, die den Ausbruch der Legionärskrankheit verursachen können. Im Sommer war die Konzentration der Bakterien im Wischwasser der Busse höher als im Winter.

„Wischerflüssigkeit hat die Eigenschaften, die eine potentiell gefährliche Quelle von Legionella braucht“, erklärt Otto Schwake, Studienautor und Mikrobiologe an der Arizona State University in Tempe bei Phoenix. „Es ist aerosoliert, erhitzt und Menschen sind ihm regelmäßig ausgesetzt.“

Seine Studie habe erstmals mikrobiologische Daten geliefert, die das Vorhandensein und die Übertragung von Legionärsbakterien in Wischerflüssigkeiten nachweisen, so Schwake. Dies erkläre den zuvor beobachteten Zusammenhang zwischen Autofahren und der Legionärskrankheit.

Legionärsbakterien treten in der Natur vor allem im Wasser auf. Sie treten in öffentlichen Schwimmbädern, in großen Klimaanlagen oder Heizsystemen auf. Die Übertragung funktioniert durch Dunst und Dampf, nicht aber von Mensch zu Mensch.

Ihren Namen hat die Krankheit von der Amerikanischen Legion, einer Veteranenorganisation der US-Armee. Bei einem Treffen der Organisation im Jahr 1976 erkrankten hunderte Teilnehmer an einer bis dato unbekannten Lungenkrankheit.

Die meisten Menschen, die den Bakterien ausgesetzt seien, würden nicht krank, betonen die Studienautoren. Gefährdet seien vor allem ältere Menschen, Raucher und Menschen mit einem schwachen Immunsystem, so Schwake.

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