Psychologie

Arbeitslosigkeit schadet der Psyche des Partners

Beide Partner leiden, wenn einer von ihnen arbeitslos wird. Ob der Mann oder die Frau den Arbeitsplatz verliert, macht keinen großen Unterschied. Die resultierenden Gesundheitskosten werden systematisch unterschätzt.

Die Arbeitslosigkeit beeinträchtigt die psychische Gesundheit des Lebenspartners nahezu genauso stark wie die des Arbeitslosen selbst. (Foto: Flickr/shanon wise)

Die Arbeitslosigkeit beeinträchtigt die psychische Gesundheit des Lebenspartners fast genauso stark wie die des Arbeitslosen selbst. (Foto: Flickr/shanon wise)

Arbeitslosigkeit schadet nicht nur der eigenen Psyche, sondern in nahezu gleichem Umfang auch der des Lebensgefährten, so eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin). Ob der Mann oder die Frau den Arbeitsplatz verliert, macht dabei keinen großen Unterschied.

„Beide Partner leiden deutlich. Da Berechnungen aber bislang nur die negativen Folgen für den Arbeitslosen selbst, nicht aber für den Lebenspartner berücksichtigen, werden die im Gesundheitssystem entstehenden Kosten systematisch unterschätzt“, sagt DIW-Gesundheitsexperte Jan Marcus.

Menschen, die ihren Arbeitsplatz verlieren, leben ungesünder, rauchen häufiger, lassen sich öfter scheiden und sterben früher. Das haben viele wissenschaftliche Studien gezeigt. Nahezu alle dieser Studien konzentrieren sich dabei allerdings auf den Arbeitslosen selbst und nicht auf seinen mit ihm im selben Haushalt lebenden Partner.

DIW-Forscher Jan Marcus hat Daten der am DIW Berlin angesiedelten Langzeitstudie Sozio-oekonomisches Panel ausgewertet, um auch die Auswirkungen auf die psychische Gesundheit des Lebenspartners zu untersuchen. Für seine Analyse nutzte Marcus ein in der medizinischen Forschung entwickeltes Maß der psychischen Gesundheit, die Mental Component Summary Scale.

Um auszuschließen, dass es nicht die schlechtere Gesundheit ist, die die Arbeitslosigkeit verursacht hat, hat Marcus die Analysen auf Menschen beschränkt, die auf Grund von Betriebsschließungen arbeitslos geworden sind, und deren psychische Gesundheit vor und nach der Betriebsschließung verglichen.

„Das Ergebnis ist eindeutig: Die Arbeitslosigkeit beeinträchtigt die psychische Gesundheit des Lebenspartners nahezu genauso stark wie die des Arbeitslosen selbst“, sagt Marcus. Die Auswirkungen sind insgesamt etwas stärker, wenn der Mann seinen Arbeitsplatz verliert, in beiden Fällen leiden die Partner aber etwa gleich stark.

Mit der Studie konnten allerdings nur die kurzfristigen Auswirkungen der Arbeitslosigkeit erfasst werden, die innerhalb von im Schnitt elf Monaten nach Arbeitsplatzverlust auftreten.

Kommentare

Schreibe den ersten Kommentar für diesen Artikel.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *