Büro

Laserdrucker und Kopierer sind nicht gesundheitsschädlich

Die von Angestellten berichteten gesundheitlichen Leiden des Berufsalltags stehen nicht in Verbindung mit Laserdruckern. In einer Studie führten höhere Emissionen von flüchtigen organischen Verbindungen und ultrafeinen Partikeln bei den Probanden nicht zu einem Anstieg der Beschwerden.

Laserdrucker und Kopierer sind keine größere Gefahr für die Gesundheit als Schreibmaschinen. (Foto: Flickr/Nanagyei)

Laserdrucker und Kopierer sind keine größere Gefahr für die Gesundheit als Schreibmaschinen. (Foto: Flickr/Nanagyei)

Die Emissionen aus Laserdruckern und Kopierern sind nicht gesundheitsschädlich. Dies ist das Ergebnis einer Studie der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) und der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) an freiwilligen Versuchspersonen.

Seit einigen Jahren wird immer wieder über Gesundheitsbeschwerden beim Umgang mit Laserdruckern berichtet. Messungen zeigen, dass viele Druckermodelle flüchtige organische Verbindungen und ultrafeine Partikel mit einem Durchmesser von weniger als 0,1 Mikrometer ausstoßen.

Da es schwierig ist, unter den variablen Bürobedingungen einen ursächlichen Zusammenhang zu belegen, bietet sich eine experimentelle Überprüfung unter kontrollierten Bedingungen an. An der Studie nahmen 23 gesunde Kontrollpersonen, 14 Probanden mit leichtem Asthma sowie 15 Betroffene teil, die über Beschwerden beim Umgang mit Laserdruckern berichteten.

Alle Probanden wurden unter standardisierten Bedingungen in einem speziellen Raum über jeweils 75 Minuten sowohl sehr hohen als auch sehr niedrigen Konzentrationen von ultrafeinen Partikeln ausgesetzt. Die beiden Expositionen erfolgten in zufälliger Reihenfolge an zwei verschiedenen Tagen. Hierbei war den Probanden nicht bekannt, welcher Tag welche Exposition umfasste.

Die verwendeten Laserdrucker wurden aufgrund ihrer Partikelemissionsraten sowie der chemischen Zusammensetzung und Größenverteilung der erzeugten Partikel aus einem Pool von Geräten ausgewählt. Vor den Untersuchungen wurden die Expositionsbedingungen umfassend getestet und standardisiert.

Während der Expositionen der Probanden wurden wichtige Kenngrößen laufend erfasst, um die Vergleichbarkeit zu gewährleisten.

Zwei Laserdrucker mit einer hohen Abgabe ultrafeiner Partikel erzeugten das hohe Konzentrationsniveau von 100.000 Partikeln pro Kubikzentimeter. Dies stellte eine extreme Bürosituation dar. Zwei weitere Laserdrucker mit sehr niedriger Partikelemissionsrate von circa 3.000 Partikeln pro Kubikzentimeter lieferten keinen messbaren Beitrag zur Hintergrundbelastung im Raum durch die Außenluft.

Mögliche Effekte auf die Probanden wurden mit funktionellen, biochemischen, psychologischen und psychometrischen Methoden erfasst. Die Methoden waren so ausgewählt, dass sie möglichst viel von den Beschwerden abdeckten, die von betroffenen Personen typischerweise berichtet werden. Die Messungen erfolgten jeweils vor sowie innerhalb eines Zeitraumes von etwa zwei Stunden Dauer nach den Expositionen.

Da die Studie ein Kurzzeitszenario abbildet, sind nur begrenzt Schlüsse auf eine Langzeitexposition erlaubt. Ebenso lässt sich keine Aussage darüber treffen, ob Auswirkungen auf Organsysteme bestehen, die in der Studie nicht untersucht wurden, oder verzögerte Effekte auftreten, die erst mit Tagen Abstand offenbar werden.

Die Ergebnisse dieser Studie sind aus klinischer Perspektive nicht als besorgniserregend einzustufen. Sie sprechen nicht dafür, dass hohe Partikelbelastungen die auf Laserdrucker zurückgeführten Erkrankungen hervorrufen.

Kommentare

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  1. Nach so viel Jahren Einsatz von LD, Behörden rüsten auf Tinte um!!
    Viele geschädigte, sogar ein anerkannter Unfall, schwer vergiftet:
    http://www.safer-world.org/images/de/mehrgardt-toner.pdf
    Eine Stiftung wurde von geschädigten gegründet usw…..
    Nun kommt man mit so einer lächerlichen Studie….
    „sind nur begrenzt Schlüsse“
    „keine Aussage darüber treffen, ob Auswirkungen auf Organsysteme bestehen“
    „nicht untersucht wurden, oder verzögerte Effekte auftreten“

    Aber man kommt zur Schlußfolgerung:
    „aus klinischer Perspektive nicht als besorgniserregend einzustufen.“

    Es gibt nur zwei Möglichkeiten:
    1. Die Studie ist von einem Druckhersteller finanziert wurden
    2. Die Erde ist eine Scheibe…

  2. Die DGUV (Unfallversicherung) hat die Studie finanziell unterstützt.
    Mit von der Partie: Prof. Nowak, der seit Jahren für die BGs gut-achtet.
    Bei 15 Mio. Beschäftigten mit Kontakt zu Laserdruckern wäre es natürlich nicht gut, wenn da was Böses rauskommt. Schon die Pilotstudie war entsprechend angelegt. Vermutlich wäre bei mir auch nichts großartig aufgefallen, obwohl meine Lunge und Nase – von mehreren Ärzten bestätigt – durch Druckeremissionen irreversibel geschädigt wurden.

  3. Ihre Headline und die Nowak-Studie können Sie durch die Pfeife rauchen. Sie sind nicht zu gebrauchen. Ein solches Aushängeschild ist für die Max-Ludwig-Universität ein äußerst schwaches und gesundheitsschädliches Bild.Nach 40 Jahren Copyshopoperatorer-fahrung habe ich viele Tonerstaubopfer als Techniker oder Kollegen hautnah erlebt und gesehen mit Verätzungen, COPD, Lungenkrebs, bzw. -fibrose Parkinson, Krebsvarianten übelster Art, Blutvergiftungen, Burnout etc., selbst einen Nickel-, Quecksilber- Hypophysentumor eingefahren.Mein bester Freund, der jahrelang Kopierer und Laser drucker vorgeführt und verkauft hat, starb elendiglich an Leukämie, eine kopiererverkäuferin aus Stuttgart im letzten Jahr an Lungenkrebs.In den Personalakten der 20000 deutschen Copyshops und in den Kopiererwerkstätten der entsprechenden Hersteller und ihrer Händler findet man z.B zu viele Tonerstaubkranke und -tote.Mit dem Zeitraum der siebziger Jahre des letzten Jahrhunderts muss man beginnen. Die ersten Kopierergenerationen waren noch viel größere Dreckschleudern als die heutigen. Nur durch Langzeitstudien kommt man zu schrecklichen aber wahren Realergebnissen. Die Studie aus München von der Uni Max war noch weniger als Pipifax. Sie war gar nicht rein. Sie spart aber berechtigte Schadensersatzzahlungen ein. So vergiftet man jetzt fröhlich heiter immer weiter.Die Tonerstauballianz fühlt sich wohl im Maffiatanz, vielleicht ein Thema mal für Markus Lanz!..