Pharma

GSK investiert 350 Millionen Dollar in Krebsforschung

GlaxoSmithKline hat sich mit der britischen Biotechfirma Adaptimmune auf eine langjährige Partnerschaft geeinigt. Der Konzern hat die Krebsforschung offenbar nicht aufgegeben hat. Im April hatte GSK seine Krebssparte für 16 Milliarden Dollar verkauft.

In Zusammenarbeit mit Adaptimmune wird GSK zellbasierte Therapien entwickeln, wobei natürliche weiße Blutzellen umstrukturiert werden. (Foto: Flickr/cybaea)

In Zusammenarbeit mit Adaptimmune wird GSK zellbasierte Therapien entwickeln, wobei natürliche weiße Blutzellen umstrukturiert werden. (Foto: Flickr/cybaea)

Zusammen mit einer britischen Biotechfirma will GlaxoSmithKline (GSK) neue Krebsmedikamente entwickeln. Der Megadeal kommt nur sechs Wochen, nachdem GSK seine bestehende Pharmasparte an Novartis verkaufte.

Nach der neuen Vereinbarung wird GSK in den kommenden sieben Jahren bis zu 350 Millionen Dollar an Adaptimmune zahlen, berichtet die Financial Times. Voraussetzung dafür sind erfolgreiche Schritte bei der Entwicklung.

Weitere Zahlungen sind auch in den folgenden Jahren geplant, falls das Projekt die gesetzten Ziele erreicht. Zudem erhält Adaptimmune in diesem Fall die Verkaufsbeteiligungen für alle Produkte, die es bis zur Vermarktung schaffen.

In Zusammenarbeit mit dem in Oxford basierten Biotechunternehmen wird GSK zellbasierte Therapien entwickeln, wobei die weißen Blutzellen des Patienten umstrukturiert werden. So wollen die Forscher die Fähigkeit des Körpers verbessern, Tumore zu bekämpfen.

Der Deal zeigt, dass GSK die Krebsforschung nicht aufgegeben hat. Im April hatte der Konzern seine Krebssparte für 16 Milliarden Dollar verkauft. Er begründete dies damit, dass er im Krebsgeschäft nicht groß genug sei, um erfolgreich mit den bestehenden eigenen Mitteln gegen Haut-, Brust und Blutkrebs zu konkurrieren.

Der Präsident der Pharmaforschung und Entwicklung bei GSK, Patrick Vallance, sagte jedoch, es wäre falsch, den Novartis-Deal als einen vollständigen Rückzug aus der Krebsforschung zu betrachten.

„Wir werden nicht immer das beste Unternehmen zur Vermarktung von Produkten sein, aber wir werden uns weiter auf Forschung und Entwicklung [in der Onkologie] konzentrieren“, so Vallance. Sobald ein neues Produkt bereit für den Markt sei, werde GSK entscheiden, ob es effektiver ist, die Vermarktung selbst zu übernehmen, oder stattdessen einen Partner oder Käufer zu suchen.

Adaptimmune-Chef James Noble sagte, sein Unternehmen habe die Wahl zwischen fünf möglichen Parnern, darunter drei weitere der der Top-10-Pharmakonzern. Man habe sich für GSK entschieden, weil das Unternehmen, den gemeinschaftlichsten Ansatz versprach.

Mit dem Deal setzt GSK auf die Suche nach einer neuen Generation von Krebsmitteln, die das Immunsystem des Körpers dazu nutzen, Krebszellen zu jagen und zu zerstören.

Bristol-Myers Squibb, Merck & Co, Roche und AstraZeneca sind führend auf diesem Gebiet. Sie haben eine Reihe von Medikamenten, welche einige Analysten mit HIV-Medikamenten vergleichen wegen ihrer Fähigkeit, die Lebensdauer zu erweitern.

Doch die Partnerschaft zwischen GSK und Adaptimmune konkurriert mit Novartis auf der Suche nach alternativen Immuntherapien, welche dem Körper die natürlichen Killer-T-Zellen entnehmen und sie modifizieren. Die modifizierten Zellen werden wieder injiziert, binden sich an die Krebszellen und zerstören sie.

Analysten warnen, dass dieses Gebiet hart umkämpft ist. Doch Vallance von GSK sagte, es gebe Raum für mehrere Player und Verfahren. „Die Idee einer Wunderwaffe gegen Krebs ist nicht richtig. Es wird eine Kombination von Ansätzen sein.“

Die Technologie von Adaptimmune zur Umstrukturierung von T-Zellen zielt auf das Krebsantigen NY-ESO-1. Versuche im frühen Stadium in den USA zeigen ermutigende Ergebnisse. Sie umfassen multiple Myelome, Melanome, Sarkome und Eierstockkrebs. Bald sollen Versuche auch in Europa starten. GSK und Adaptimmune werden auch andere mögliche Krebsziele für diese Technologie suchen.

Adaptimmune-Chef Noble sagte, die Forschung solle in den Labors seines Unternehmens in Oxfordshire stattfinden. So will er das sogenannte „Goldene Dreieck“ um Oxford, Cambridge und London als weltweit wettbewerbsfähiges Biotech-Zentrum voranbringen.

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  1. Wenn man bedenkt, daß neben GalaxoSmithKline auch die genannten Roche und AstraZeneca über ihre Töchter – Genentech beziehungsweise MedImmmune – Vertragspartner der Adaptimmune Schwesterfirma Immunocore Ltd für diese T-Zellrezeptor (TCR) basierte Technik
    und diese wiederum Ausgründungen der Medigene AG sind, die sich gerade mit der Trianta Immunotherapies GmbH selbst 3 weitere Technologieplattformen zur Krebsimmuntherapie gesichtert hat,
    lichtet sich der Markt – zumal in der intrazellulären Ausrichtung via TCR schon.
    (zu den Partnern von Immunocore Ltd. siehe http://www.immunocore.com/partnering/collaborations/
    zum Unterschied von TCR zur herkömmlichen CAR-T Technologie
    http://www.adaptimmune.com/technology/
    zur Historie der Firmen Adaptimmune / Immunocore:
    http://www.immunocore.com/our-company/history/
    zu Medigenes neuen Krebsimmuntherapie-Plattformen
    http://www.medigene.de/produkte-pipeline/entwicklungsprojekte/immuntherapien )