Steuern

WHO fordert weltweit höhere Tabaksteuern

Eine weltweite Erhöhung der Tabaksteuern um 50 Prozent würde nach Ansicht der WHO den Tod von 11 Millionen Menschen verhindern. Für eine erfolgreiche Erhöhung der Tabaksteuer sei es notwendig, deren Nutzen aufzuzeigen und die von der Tabakindustrie verbreiteten Mythen als solche zu entlarven.

Wenn die Tabaksteuern steigen, wird weniger geraucht und die mit dem Rauchen verbundenen Todesfälle und Krankheiten gehen zurück, so die WHO. (Grafik: WHO)

Wenn die Tabaksteuern steigen, wird weniger geraucht und die mit dem Rauchen verbundenen Todesfälle und Krankheiten gehen zurück, so die WHO. (Grafik: WHO)

Nach Ansicht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sollte die Tabaksteuer weltweit angehoben werden. Dies sei die „kostengünstigste Lösung“ zur Verringerung des Tabakkonsums.

Die Erfahrungen auf den Philippinen, in Ägypten, Frankreich und der Türkei zeigten, dass eine Erhöhung der Tabaksteuer machbar ist und einen realen Nutzen für den Gesundheitssektor und darüber hinaus habe, sagt die WHO.

Für eine erfolgreiche Erhöhung der Tabaksteuer sei es notwendig, deren gesundheitlichen und wirtschaftlichen Nutzen aufzuzeigen und die von der Tabakindustrie verbreiteten Mythen als solche zu entlarven. Zu diesen Mythen gehöre die falsche Warnung, eine höhere Tabaksteuer würde die aufgrund des dadurch bewirkten geringeren Konsums die Steuereinnahmen verringern.

Ein weiterer Mythos bestehe darin, dass ärmere Menschen durch die Steuer besonders stark belastet würden, weil das Rauchen einen größeren Teil ihrer Ausgaben ausmacht. Die WHO erwartet jedoch, dass ärmere Menschen aus diesem Grund eher mit dem Rauchen aufhören.

Rauchen tötet jedes Jahr 6 Millionen Menschen weltweit. Es ist die größte einzelne Ursache für vermeidbare Todesfälle. Tabakkonsum verkürzt nicht nur das Leben, er verkürzt auch die Zahl der gesunden Jahre während der Lebensdauer. Das Rauchen trägt auch stark zur Entstehung von nichtübertragbaren Krankheiten wie Lungenkrebs und Herzleiden bei, welche jedes Jahr 36 Millionen Menschen töten.

Zudem verursacht der Tabakkonsum beträchtliche ökonomische Kosten, darunter höhere Kosten im Gesundheitssystem für Menschen, die aktiv oder passiv rauchen. Hinzu komme ein Verlust an Produktivität und Einkommen aufgrund des frühzeitigen Tods, so die WHO.

Daher sollten die Staaten die Tabaksteuer so stark anheben, dass die Tabakpreise real teurer werden. Die Preise für das Rauchen müssten stärker steigen als die Inflation. Denn nach Ansicht der WHO würden die Leute dann weniger Tabakprodukte kaufen.

So würde ein Anstieg der Tabakpreise von 10 Prozent den Tabakkonsum in reicheren Ländern um 4 Prozent verringern, in ärmeren und armen Ländern sogar um 5 Prozent. Die WHO sagt: „Preisanstiege durch Steuern bringen gewöhnlich den größten gesundheitlichen Nutzen bei Menschen mit sehr wenig Geld, darunter junge Leute.“

Wenn die Preise steigen, verringert sich der Konsum bei jungen Leuten zwei- bis dreimal so stark wie bei Erwachsenen. Eine Studie aus dem Jahr 2010 zeigte, dass ein Preisanstieg von 10 Prozent den Konsum bei 14-Jährigen um 18 Prozent verringern würde.

Eine Anhebung der Tabaksteuer ist nach Ansicht der WHO die „kostengünstigste Maßnahme“, wenn man den beträchtlichen Nutzen, den die Steuer bringt, mit den geringen damit verbundenen staatlichen Ausgaben vergleicht.

Eine Studie zeige, dass ein Anstieg der Tabakpreise um 33 Prozent durch höhere Steuern im Vergleich mit anderen staatlichen Maßnahmen nur ein Fünfzehntel der Kosten verursache, aber denselben gesundheitlichen Nutzen bringe.

Wenn alle Staaten der Welt ihre Zigarettensteuern um 50 Prozent erhöhen würden, gäbe es nach Rechnungen der Weltgesundheitsorganisation 49 Millionen weniger Raucher. Dies würde den Tod von 11 Millionen Menschen verhindern.

Kommentare

Schreibe den ersten Kommentar für diesen Artikel.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *